
Zusammen mit der Gartenaktivistin Julia Jahnke sind wir früh mogens zu einer Entdeckungsreise in die durch großräumige LPG-Landwirtschaft geprägte uckermärkische Landschaft aufgebrochen. Zwischen Herzsprung und Hassleben haben wir hier erstaunliche Dinge gesehen und erlebt. In der Blumberger Mühle mussten wir uns in elfjährige Kinder hineinversetzen und eine Natursafari mitmachen. In Greiffenberg gewährte uns der Vern Verein, der sich liebevoll um den Erhalt und die Rekultivierung alter und seltener Kultupflanzen kümmert, einen beeindruckenden Einblick in die Artenvielfalt von Kartoffeln, Weizen, Kürbisgewächsen und Salaten. Insbesondere die hier zur Saatgutvermehrung gezogenen über 80 verschiedenen Tomatenarten stellen ein beispielloses Schauspiel aus Farben, Gerüchen und Formen dar. Hier findet man beispielsweise eine smaragdgrüne Evergreen, die pflaumenförmige De Berao, die gestreifte Tigerella und die bis zu einem halben Kilo schweren Ochsenherzen. Als Wegzehrung wurde uns noch ein Schmalzprinz mitgegegeben, eine besonders saftige alte Apfelsorte. Bei einbrechender Dunkelheit wurden wir gastfreundlich auf dem Karlshof aufgenommen und haben uns in Begleitung der Hofkatzen den gemeinschaftlichen und nichtkommerziellen Kartoffelanbau angesehen, die Schweine und Schaafe und den Traktor aus DDR-Produktion mit dem verheissungsvollen Namen “Fortschritt”.
Die Baunetzwoche gibt in ihrem aktuellem Special den Tip: Mach’s wie der Prinzessinnengarten und baue dein Gemüse temporär an.

Vom 23. bis zum 25. Oktober hat die Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis zur Tagung “Urbane Landwirtschaft und Gärten. Zur Zukunft der Stadt” in die Evangelische Akademie Tutzing eingeladen. Bereits frühzeitig war der wunderschön am Starnberger See gelegene Tagungsort ausgebucht gewesen. Aus unterschiedlichsten Perspektiven wurde hier über die Rückkehr der Landwirtschaft in die Städte berichtet. Marit Rosol beispielsweise sprach über die Rolle der Community Gardens in Nordamerika für die Nahrungsmittelversorgung der städtischen Armen, Elizabeth Meyer-Renschhausen über ihre Geschichte und den wiederkehrenden Konflikt zwischen selbstbestimmtem Gärtnern und Immobilienspekulation, Susanne Hauser gab einen Einblick in die Ästhetiken der urbanen Agrarlandschaften und Heike Brückner sprach am Beispiel Dessaus übeer die In-Kulturnahme städtischer Landschaften. Wer sich über die vielfältigen Existenzformen des Gemeinschaftsgärtnerns etwa in Buenos Aires oder Kapstadt informieren wollte, der konnte das mit den wunderbaren Dokumentarfilmen von Ella von der Haide. Wir von Nomadisch Grün hatten das Glück, als noch junge Grünschaffende für das Programm nachnominiert worden zu sein. Unter dem Titel “Die Lücke nutzen!” haben wir leidenschaftlichen Dilettanten unter lauter engagierten, fachkundigen und erfahrenen Gartenaktivisten die Gelegenheit genutzt und unsere Vision einer mobilen, sozialen, ökologischen und urbanen Landwirtschaft skizziert.

Mit schoener.waers.wenns.schoener.waer haben Sylke und Nicole am Moritzplatz den Laden fürs ökofaire Design aufgemacht. Malte hat in seinem Gartenstudio die Kinder mit Pizza versorgt und Robert und Matze unser Gärtner haben ihnen gezeigt, wie man Plastikflaschen im Eigenbau zu Kleinstäckern recycelt. Stephan Niespodziany danken wir für die schönen Bilder, mehr davon findet Ihr hier.

Die Künstlerin Aleksandra Yurieva-Civjane hat einen Käfigkubus in unseren Garten gepflanzt. Er soll ein Jahr im Garten stehen und der “Natur” und den Unbilden der Zeit ausgesetzt sein.

Die Stadtsafari wurde nach Brandenburg verlegt und an Stelle von städtischen Freiräumen haben wir nach Pilzen gesucht und außergewöhnliche Äpfel gefunden.

Unsere StadtsafariMannschaft: Jonathan, Tobi, Ragna, Mary, Robert, Elizabeth, Keyfo, Samia, Marco, Ruschka, Vicky, Esra, Sasun, Robert, Elly, Rachel.

Im Rahmen unserer Stadtsafari2.0 haben die kids sich zu Gruppen zusammengefunden und diesen Namen gegeben – die Adler, die ATB Boys, die boys&girls und die jungle girls 36. Diese zogen los, um die die Gegend zwischen Moritzplatz und Kotti auf ihre Freiraumqualitäten hin zu testen. Mehr dazu findet ihr unter www.stadtsafari.org