Einträge von: Marco Clausen

An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens

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Am 22. Juni hat im Kunstraum Bethanien die Ausstellung An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens Premiere. Das Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und der ARCH+ wird im Anschluss zehn Jahre lang durch die Welt touren. Das Projekt fokussiert  auf städtische Gemeingüter, worunter  die Schaffung und Bewirtschaftung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume als Grundlage demokratischer Teilhabe verstanden wird. Dazu finden sich in der  Ausstellung auch Beiträge von Common Grounds und der Nachbarschaftsakademie zum Prinzessinnengarten am Moritzplatz als Gemeingut sowie die Laube (Quest)– Florian Koehl and Christian Burkhard.

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Licht, Luft und Scheisse

Bild: Bauhaus Archiv Mueseum für Gestaltung

©Bauhaus Archiv Museum für Gestaltung

 

Die Jury des Fonds Bauhaus heute hat entschieden, das Projekt Archäologien der Nachhaltigkeit zu fördern

 

Der aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Bauhaus von der Kulturstiftung des Bundes eingerichtete Fonds Bauhaus heute fördert in diesem Jahr 14 Projekte, die sich – mal partizipative oder theoretische, mal visionäre oder kritische, mal künstlerische oder investigative – mit dem Erbe des Bauhauses auseinandersetzen. Ausgewählt wurde auch das Projekt “Licht, Luft und Scheisse” zur Archäologie der Nachhaltigkeit, eine Kooperation von: Botanischer Garten und Botanisches Museums Berlin, neue Gesellschaft für bildende Kunst, Nachbarschaftsakademie im Prinzessinnengarten und Martin-Elsaesser-Stiftung. Die Arbeitsgruppe der ngbk bilden Sandra Bartoli, Marco Clausen, Silvan Linden, Asa Sonjasdotter und Florian Wüst.

In der Veröffentlichung der von der Jury ausgewählten Projekte heisst es: “Die vierzehn Jahre, in denen das Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin seine Aktivitäten entfaltete, wirkten als fulminante Initialzündung in der Geschichte der Architektur, der Kunst und des Designs des 20. Jahrhunderts. Mit dem Bauhaus standen zwischen 1919 und 1933 alle Zeichen auf Anfang; nichts sollte sein wie bisher. Die Fragen, um die das Bauhaus kreiste, sind auch heute noch aktuell: Welche Rolle spielen Kunst und Kultur, wenn es gilt, die schöpferischen Kräfte von Individuen freizusetzen und die Gesellschaft im Sinne des Gemeinwohls zu gestalten? Welche Lebens- und Wohnformen reagieren auf welche gesellschaftlichen Bedürfnisse? Die Antworten werden heute auch die aktuellen Herausforderungen wie Globalisierung, technologische Entwicklung und Migration berücksichtigen müssen.”

Aus dem Konzept der Archäologien der Nachhaltigkeit

Das Forschungs-, Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt “Licht, Luft und Scheisse. Archäologien der Nachhaltigkeit” untersucht die Geschichte der ökologischen Frage im 20. Jahrhundert und setzt diese in Beziehung zu gegenwärtigen urbanen Garten- und Landwirtschaftsbewegungen, zu Selbstversorgung, Selbstbau und nachhaltiger Stadtentwicklung. Das Projekt geht von der These aus, dass in der Moderne der 1920/30er Jahre – mit dem Bauhaus als ihrer exemplarischen Manifestation – die Denkmodelle, Konzepte und Praxen dessen, was in der Umweltbewegung ab den 1960er Jahren unter dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ verhandelt wird, bereits angelegt sind. Auch wenn am Bauhaus weder unter Walter Gropius noch seinen Nachfolgern ein direktes Engagement für Naturschutz und nachhaltige Nutzung von Ressourcen vorzufinden ist, lässt sich umgekehrt für nahezu alle Protagonisten des Bauhauses eine intensive Beschäftigung mit biozentristischen Positionen wie etwa der von Raoul Heinrich Francé nachweisen. Die weitgehend unhinterfragte Ansicht, der Moderne fehle das Bewusstsein für die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt und sie sei per Definition gegen die „Natur“ gerichtet, beinhaltet nicht nur die Behauptung eines unüberbrückbaren Gegensatzes. Sie dient auch als Argument für die Undurchführbarkeit jeder ökologischen Alternative und rechtfertigt damit indirekt die fortgesetzte Zerstörung der Natur als Kollateralschaden einer zwangsläufigen Entwicklung, an deren Ende die Technik allein das Überleben der Menschheit sichert.

Angesichts der ungelösten ökologischen Krise der industrialisierten und zunehmend urbanisierten Welt stellt sich die Frage, warum die frühen ganzheitlichen Ansätze zwar gedacht, entwickelt und ausprobiert, jedoch nicht in größerem Maßstab umgesetzt wurden? Und warum scheint vielen heutigen Initiativen die Erinnerung sowohl an die Innovationen als auch das Scheitern ihre Vordenker*innen zu fehlen, aus dem sich gleichsam lernen ließe?


Hitzefrei und einen Toast auf all die Spinner, die seit 100 Jahren unser Grün verteidigen!

Eine Glosse von Marco Clausen

An alle da draussen, die zur Abkühlung in die Krumme Lanke springen, im Gleisdreieck-Park skaten, im Mauerpark singen, im Görli einen durchziehen, sich am Teufelssee nackig machen, im Grunewald durchatmen, mit ihren Kindern die Schweine füttern gehen, im Sonnenuntergang des Tempelhofer Feld ein Alster trinken oder Gemüse ziehen, im Prinzessinnengarten die Gartenpizza essen. Wenn ihr nicht eh schon liegt, dann haltet einen Moment inne. Nichts davon kam als Geschenk. Grün in dieser Stadt musste schon immer gegen Spekulation und Bebauung verteidigt und der Politik abgerungen werden. An jedem Tag über 30 Grad sollten wir Hitzefrei kriegen und ein Lied anstimmen auf all jene, die – teils über Jahrzehnte, teils in erbitterten Auseinandersetzungen – Petitionen geschrieben, Proteste organisiert, politischen Druck ausgeübt haben, damit die Bäume nicht gefällt, die Wiesen nicht zubetoniert, die sogenannten „Brachen“ nicht bebaut werden. Auch jene sollten wir in unsere Danksagung einbeziehen, die gleich selbst angefangen haben, die Stadt zu begrünen.

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Geh pflanzen – Radikale Selbstversorgung

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In der Schule des Handelns in der Helferei Zürich haben wir uns mit dem Konzept der radikalen Selbstversorgung beschäftigt: “Sind Permakultur, Gemüseabo und Vertragslandwirtschaft zeitgemässe Versorgungsformen? Wer nimmt es auf gegen die Dominanz des gängigen Konsumzirkus?” Für das gemeinsame Essen haben wir mit den WorkshopteilnehmerInnene Zürich nach lokal verfügbaren Lebensmittel erkundet und dabei Wildkräuter gesammelt, Läden entdeckt, die Brot vom Vortag verkaufen, einen nachbarschaftlich organiserten Lernbauernhof besucht und mehr über die Vertragslandwirtschaft (Solidarische Landwirtschaft) in der Schweiz erfahren. Die ReferentInnen haben Ihre Homorare gespendet und die TeilnehmerInnen haben das Geld an Projekte vergeben. Mit 750 € haben sie die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten der Abendschule unterstützt: Vielen Dank!


Knowledge Commons. Spaces for Collaborative Learning, Research and Activism

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Bei der letzten Abendschule, zu der etwa 60 Menschen gekommen sind, hatten wir VertreterInnen der Solidarity Academy Bewegung und aus der Türkei und Berlin zu Gast. Wir haben uns unter anderem ausgetauscht zu Wissen als Gemeingut, selbstorganisiertem Lernen, der Situation der entlassenen und politisch verfolgten AkademikerInnen in der Türkei, dem Aufbau selbstorganisierter Universitäten unter den Bedingungen politischer Repression, der Bedeutung solidarischer Netzwerke und affektiver Arbeit, der Einbettung von Wissensproduktion in soziale und städtische Bewegungen, dem Ende des neoliberalen Universitätsmodells, sowie zu der Entstehungsgeschichte von Nachbarschaftsakademie und Commons Abendschule. Das ausführliche Protokoll (in Englisch) findet ihr hier:

Last monday we met with around 60 people and guest from the Solidarity Academy Movement in Turkey and Berlin. We discussed amongst other things the topics knowledge as a commons, the situation of the dismissed and politically prosecuted academics in turkey, the creation of self-organized academies unter the conditions of political repression, networks of solidarity, affective labour, the connection of knowledge production to social and urban movements, the end of the neoliberal model of academia, the history of Nachbarschaftsakademie and Commons Evening School in Prinzessinnengarten. You can find the minutes here. 

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25 000 gegen den #Mietenwahnsinn

Selten wurde so breit zum Protest aufgerufen. Doch Verdrängung, Spekulation und Gentrifizierung geht inzwischen alle an. Insgesamt hatten 256 Gruppen zur Mietenwahnnsinn-Demonstration aufgerufen und knapp 25.000 Menschen sind in einem beeindruckenden Umzug auf die Straße gegangen.

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Auch Common Grounds / Prinzessinnengarten ist Teil des UnterstützerInnenkreises. Angesichts des anstehenden Vertragsendes am Moritzplatz haben wir ein Banner „Prinzessinnengarten für immer“ mitgebracht. Im Rahmen der dezentralen Aktionswoche hatten wir im Vorfeld der Demonstration zusammen mit dem Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung einen Abend zur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oranienstraße veranstaltet, bei dem sich über 80 AnwohnerInnen und Interessierte engagiert ausgetauscht haben. Über den sich formierenden Protest in der O-Strasse hatte auch das ARD-Mittagsmagazin in seiner Serie zu Gentrifizierung in den Großstädten berichtet:

 

ARD-Mittagsmagazin zu Gentrifizierung in den Großstädten Teil 4

 


In Solidarität mit der ZAD

Verteidigt die Gemeingüter weltweit

Am Montag den 9 April hat die französische Polizei damit begonnen, Bauernhöfe, Häuser und Scheunen in der ZAD (The zone à defendre, Zu verteidigendes Gebiet) zu zerstören. Bei dem Gebiet der ZAD, auf dem ein halbes Jahrhundert lang ein Großflughafen geplant war, handelt es sich um eines der wichtigsten gegenwärtigen Orte sozio-ökologischer Auseinandersetzungen in Europa. Notre-Dame-des-Landes könnte für den Kampf um Klima- und Umweltgerechtigkeit in Europa dieselbe Rolle spielen wie der Widerstand gegen die Ölpipeline in Standing Rock es für die Mobilisierung in Nordamerika getan hat. In beiden Fällen beruft sich der Widerstand gegen die megalomanen Projekte der fossilen Zivilisation auf eine andere Art mit dem Land umzugehen. Nicht Eigentum und wachstumsgetriebene Extraktivismus, sondern die Sorge um das Land, das Ökosystem und das Wasser stehen im Vordergrund. Das Gebiet wird als ein Gemeingut betrachtet, die NutzerInnen sind nicht EigentümerInnen, sondern Sorgetragende und Treuhänder ihrer Umwelt.

Solidaritätsaktion mit der ZAD in der Laube im Prinzessinnengarten zusammen mit Nachbarschaftsakademie, Commons-Abendschule und Artists at Risk

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Auftakt Wunschproduktion: Wohin geht die O-Straße?

Gestern haben wir unsere Wunschproduktion zu 99 Jahre Prinzessinnengarten als Gemeingut gestartet. Der Abend unter dem Titel “Wohin geht die O / Where does the O go?” wurde zusammen mit der MieterInnengemeinschaft BOSS & U und der Commons-Abendschule organisiert. Über 80 Interessierten, VertreterInnen von Nachbarschaftsinitiativen und AnwohnerInnen haben in der Bona-Peiser über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oranienstraße zwischen Genztrifizierung und Gemeingut diskutiert. Unter anderem haben sich vorgestellt die Nachbarschaftsinitiativen OraNostra und BOSS&U, die Bilgisaray, der Prinzessinnengarten, Aufbau-Haus und Kieznetzwerk.

Mitglieder des Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung machen ein Foto für die Aktionswoche der Mietenwahnsinn-Demonstration

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Die Ergebnisse der sehr engagierten, diversen und kritischen Beiträge werden wir an dieser Stelle demnächst zusammenfassen. Auch das ARD- Mittagsmagazin berichtet in seiner Reihe über die O-Straße über die Veranstaltung und die Vorbereitungen zur Mietenwahnsinn-Demonstration am 14.4.

Wer Interesse am Mitmachen hat, wir treffen uns als selbstorganisierte Abendschule jeweils Montags in den Räumen Oranienstraße 45 um 18:30 zur „Commons Abendschule“

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There is no time

Die Klasse Design for the Living World der HFBK Hamburg (Marjetica Potrc) haben für den G20-Gipfel in Hamburg das Projekt “There is no Time” entwickelt. Eines der in diesem Rahmen entstandenen Videos beschäftigt sich mit den Theme Ernährungssouveränität. VertreterInnen lokaler Initiativen präsentieren ihre Praktiken als Labore einer neuen Kultur, in der das Teilen und gemeinschaftsofrientierte Formen der Landwirtschaft Teil einer resilienten Stadtentwicklung sind.

In dem Video zu sehen und zu hören sind:  Lucia Babina (Kulturaktivistin, Spanien), David Barkin (Soziologe, Mexico City), Marco Clausen (Prinzessinengärten, Berlin), Stefanie Engelbrecht (Minitopia, Hamburg), Katharina Held (Anthropologin,Hamburg), Harald Lemke (gastrosoph, Hamburg), Svenja Nette (Prinzessinengärten, Berlin), Konstantinos Polychronopoulos (Aktivist, Athens), Marjetica Potrč (Künstlerin, Berlin), Xin Cheng unf Chinook Ulrich Schneider (Hamburg).


Top 10 Best Art/Sustainability Initiatives in Berlin

Yasmine Ostendorf hat in einem Beitrag für “Artists and Climate Change” die 10 besten Kunst- und Nachhaltigkeitsinitiativen ausgewählt.

“Berlin is known as a city par excellence for artists, creatives and grassroots movements and it is exactly these people who are great at imagining and repairing broken systems, making significant contributions to creating a more environmentally safe and just society. To celebrate their work, I selected the ten most innovative art initiatives in Berlin (in alphabetical order) that engage with environmental issues through their artistic programming and practice.”

Art Laboratory Berlin, Art Objective – Contemporary Art Collaborations, Food Art Week, Green Music Initiative, Haus der Kulturen der Welt, id22 – the Institute for Creative Sustainability, Orchester des Wandels, Prinzessinnengäretn und Nachbarschaftsakademie, ufaFabrik, ZK/U – Center for Art and Urbanistics