Einträge von: Svenja

Tagesseminar “Jetzt geht’s um die Karotte!”

Politik des Selbermachens: Das Essen auf unseren Tellern ist nicht nur ein kulinarischer, sondern wie Harald Lemke in seinem Buch “Politik des Essens. Wovon die Welt von morgen lebt” schreibt, auch ein politischer Akt. Vom Klimawandel, über den Verlust der biologischer Vielfalt, bis hin zu Bienensterben, Migrationsbewegungen und sozialen Unruhen, was täglich auf unseren Tellern landet, hat weitreichende ökologische und soziale Auswirkungem. Vor diesem Hintergrund stellten wir uns im Tagesseminar letzten Samstag die Frage, wie Alternativen aussehen könnte, die einen fairen und ressourcenschonenden Umgang mit Nahrungsmitteln begünstigen. Das Seminar war eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich Böll Stiftung. Die Gärtnerischen und Kulinarischen Workshops wurden von PrinzessinnengärtnerInnen gegeben, der Selbstbau aus Recyclingmaterialien erfolgte unter Anleitung der Material-Mafia.

Beratung Urbaner Gärten – Stettin

An zwei Wochenenden im Juli haben wir Workshops und Beratung für und in dem urbanen Garten Sasiedzki Ogrod (‘Nachbarschaftsgarten’) in Stettin/Polen gegeben. Der Garten ist an ein lokales Theater angeschlossen, und dient unter anderem als Protestform gegen den Bau eines riesigen Parkhauses, sowie als erstes urbanes Gartenprojekt der Stadt. In den Workshops ging es um den Aufbau mobiler Hochbeete, die Nutzung städtischer Ressourcen und die Einbindung der Nachbarschaft.


Menschliche Kartoffelbestäubung

Åsa Sonjasdotter (potatoperspective) und Matthias Wilkens haben damit begonnen, die verschiedenen Kartoffelsorten im Prinzessinnengarten neu zu verkreuzen um zu schauen ob nicht eine neue, interessante Kartoffel dabei herauskommt. Üblicherweise werden Kartoffeln durch die Knolle, also vegetativ, vermehrt, womit man die selbe Sorte erhält. Wenn man aber das Saatgut aus den eigentlichen Früchten der Kartoffeln (die sich aus den Blüten heraus bilden und aussehen wie kleine grüne Tomaten) aussäht, erhält man Kartoffeln mit anderen genetischen Merkmalen, da sie sich verkreuzen mit nachbarlichen Kartoffeln. Normalerweise übernehmen Bestäuber (wie oben die Biene), den Bestäubungsdienst. Åsa und Matthias haben vor der Bestäubung Pollen von verschiedenen Sorten geerntet, getrocknet und ihn dann auf den Stempel aufgeschnittener Blüten jeweils anderer Sorten aufgetragen, bevor Insekten eine Chance zur Fremdbestäubung hatten. Die Blüte wird dann mit einem Teebeutel eingeschlossen, um weitere Bestäuber auszuschließen. Das resultierende Saatgut wird nächstes Jahr ausgesät werden, um im Herbst zu schauen, welche neuen Kartoffeln sich ergeben haben. Am Beispiel der Verkreuzung ‘La Ratte’ x ‘Salad Blue’ ist der Ablauf im Folgebild zu sehen (von links oben nach rechts unten):