Topic: Allgemeines

„Nichts darf man selber machen“

Solidarisches Statement zur vb 61_12 Aktion an der Berliner Volksbühne

Arbeitsgruppe zur Stadftentwicklungspolitik in der angeeigneten Volksbühne

Arbeitsgruppe zur Stadtentwicklungspolitik in der angeeigneten Volksbühne

Eine Woche wurde die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz von einem Kollektiv bespielt, das sich den Ort in Form einer Inszenierung mit dem Namen „vb 61_12“ angeeignet hatte. Inzwischen wurde die von außen als Besetzung verstandene Bespielung wieder geräumt. Als sich drinnen noch Initiativen treffen konnten, fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen aus deren Mitte folgender Text einer solidarischen Erklärung entstand:

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In Verteidigung der Gärten

 

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Bereits 2014 wurde ein Urban Gardening Manifest veröffentlicht, das bis heute von über 150 Initiativen bundesweit unterschrieben wurde. Das Manifest betont, wofür diese Orte stehen: für Bildung, das Zusammenkommen und Begegnen von Menschen, für die Sorge um die Gemeingütern und für einen zukunftsfähigen Umgang mit Lebensmitteln und Natur. Die gegenwärtigen Situation, in der Nachrichten der Klimakatastrophe sich mit solchen von den Erfolgen rechtspopulistischer, rerchtsradikaler und rassistischer Kräfte ablösen, macht noch einmal deutlich, wie wichtige diese Orte einer gelebten Demokratie sind. Und obwohl viele der sozialen und ökologischen Funktionen von urbanen Gärten, Gemeinschaftsgärten, Interkulturellen Gärten und Projekten der urbanen Landwirtschaft inzwischen in Medien, Foschung und Politik anerkannt sind, bleibt der Status viele Gärten prekär. Meist von Menschen aus eigener Initiative und Kraft in ihren jeweiligen Nachbarschaften aufgebaut, sind sie in Zeiten der Privatisierung, Immobilienspekulation und Verdichtung immer wieder von Verdrängung bedroht. Das gilt in ähnlicher Form auch für viele Kleingartenanlagen, die oft auf Bauerwartungsland liegen.

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Das Gegenteil von Grau

An einem der vielleicht letzten schönen Abende in dieser Saison haben wir in der Laube  den Film Das Gegenteil von Grau gezeigt. Der in Zusammenarbeit mit Recht auf Stadt Ruhr entstandene Film von Matthias Coers (Mietrebellen 2014) zeigt unterschiedliche Gruppen von Menschen im Ruhrgebiet, die zusammenfinden um praktische Utopien und Freiräume in Städten zu leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt uns verschiedene Perspektiven von Freiraum- und Wohnkämpfen über solidarische Landwirtschaft bis hin zu Refugees’ Kitchen. Ein Blick in das Ruhrgebiet: Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle Menschen zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil! Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam. Der Film wurde im Rahmen der Stadttage des Bildumgswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt.

Im Anschluss an den Film wurde zusammen mit dem Filmemacher Matthias Coers, der frisch für Friedrichshain-Kreuzberg in den Bundestag gewählten Abgeordneten Canan Bayram und Marco Clausen (Prinzessinnengärten, Nachbarschaftsakademie) unter anderem über die Verdrängung in Städten wie Berlin, notwendige polititische Instrumente auf Bundesebene und die Auseinandersetzungen in der Kreuzberger Nachbarschaft diskutiert, in der sich Initiativen wie Kotti&Co, BOSS&U, die Gewerbetreibenden auf der O-Strasse, die MieterInnen des Neuen Kreuzberger Zentrums, die AnwohnerInnen der Wrangelstraße (Bizim Kiez) oder die Akteure auf dem sogenannten Dragonerareal (Stadt von Unten) erfolgreich gegen Verdrängung und Privatisierung wenden. Zur Sprache kam auch die erfolgreiche Kampagne der Prinzessinnengärten gegen die geplante Privatisierung des Geländes zugunsten eines Investors (2012) und die weiter bestehende Unsicherheit durch den 2018 auslaufenden Pachtvertrag am Moritzplatz.

 


Schulbuch für städtisches Handeln

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Zwei Jahre haben sich städtische Akteur*innen und Stadtinteressierte in Berlin und Hamburg zur „metroZones Schule für städtisches Handeln“ getroffen, um Begriffe und Werkzeuge aus der kritischen Stadtforschung zur Erkundung urbaner Verhältnisse jenseits der Academia zu erproben. Aus diesem Experiment ist das Schoolbook hervorgegangen:
Anregungen zur digitalen und urbanen Kommunikation, zum Zeichnen von Geräuschen und von Diskussionen, zum Vermessen des Raums und zur Kartierung von Sound, zum Bildermachen mit und ohne Kameras. Und Elemente eines möglichen Glossars urbaner Interventionen: Wie urban ist Mehrsprachigkeit? Was ist politisch am Algorithmus? Wer übersetzt wen und warum und in welche Sprache? Was kann Konnektivität bedeuten – und was ist tecnopolitica? Wie wird der Diskurs zur Intervention? Was heißt urbanes Lernen – und was könnte städtisches Handeln sein?

Nun gibt es das Schoolbook als Webseite, als Download und als Printversion. Am 22. September hat metroZones (Anne Huffschmid, Kathrin Wildner) das Schoolbook bei pro qm vorgestellt und mit Mitschüler*innen und Gästen (Marco Clausen, Elizabeth Calderón-Lüning, Moderation: Jesko Fezer) diskutiert.


Hängende Gärten / Hanging Gardens

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In Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftsakademie hat der Künstlers Andrew Rewald einen gut besuchten Workshop zum Bau hängender Gärten gegeben. In den selbstbewässernden Pflanzbehältern werden in der Laube Wildkräuter wachsen. Themen der Arbeit von Andrew in der Nachbarschaftsakademie ist die urbane Landwirtschaft im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit, Klimawandel und Essgewohnheiten.
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Vogelperspektive

Im Rahmen des Projekts Urban Lab Medellín | Berlin haben eine Gruppe von Studierenden der TU-Berlin und Studierende aus Medellín drei Wochen lang in der Laube in den Prinzessinnengärten zu unterschiedlichen Interventionen in der Nachbarschaft rund um den Moritzplatz gearbeitet. Dabei sind auch fantastische Luftaufnahmen von den Prinzessinnengärten und der Laube entstanden.

 

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Bilder: Fabian Willi Simon


Die Laube ist eröffnet / Hier entsteht ein Freiraum

Am Samstag den 24.06. haben wir die Laube offiziell eröffnet. 2013 haben wir zusammen mit florian Köhl und Christian Burkhardt angefangen zu planen, im August 2015 hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Baugenehmigung erteilt, im Herbst desselben Jahres haben wir das Fundament gelegt, von Mai bis Juli 2016 wurde der dreigeschossige, 10 Meter hohe Holzbau per Hand errichtet und im April und Mai diesen Jahres haben wir die Laube um einen ausziehbaren Raum und eine Terrasse ergänzt. Insgesamt haben über 100 Helfer*innen, Auszubildende der Knobelsdorff-Schule und Studierende der TU-Berlin knapp 12.000 Stunden Arbeit in den Selbstbau gesteckt.

Laube in den PrinzessinnengärtenFotolbum zum Selbstbau der Laube September 2015 bis Juni 2017

Bei der Eröffnung haben wir mit der PlanBude aus Hamburg über Stadtplanung von Unten gesprochen. Das interdisziplinäre Team der PlanBude  hat in St. Pauli mit Methoden wie der “Wunschproduktion” ein völlig neues Modell der Bürger*innen-Beteiligung in die Praxis umgesetzt. Elemente wie der hier entstandene St. Pauli Code werden inzwischen auch in Berliner Initiativen aufgegriffen. So hat am selben Wochenende wie die Laube auch Stadt von Unten eine PlanGarage auf dem ehemaligen Dragonergelände in Kreuzberg eröffnet . Zu Gast bei der Laubeneröffnung war auch Florian Schmidt, Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg. Mit ihm haben wir über Rekommunalisierung, die Ko-Produktion von Stadt und die Erfahrungen mit Barcelona en comu gesprochen. Noch während der Veranstaltung hat Flortian Schmidt getwitter: Schön dass die #Laube auf den @prinzessgarten jetzt offen ist. Ein neues Beispiel für reale Stadtpolitik von unten.

Hier entsteht: Ein Freiraum

Auf den Selbstbau folgt die selbstorganisierte soziale Praxis. Wir wollen die Laube in den Prinzessinnengärten zu einem selbstorganisiertem Kultur-, Nachbarschafts- und Bildungsort machen. Sie soll allen gemeinwohlorientierten Nutzungen offen stehen und gemeinsam mit den Nutzer*innen bespielt, getragen und erhalten werden. Wir, das sind der Verein common grounds und die Nachbarschaftsakademie.

Ihr habt Lust, mit uns einen selbstorganisierten Freiraum im Sinne eines Gemeinguts aufzubauen? Ihr habt Interesse an einer Nutzung der Laube? Dann meldet Euch unter: laube@prinzessinnengarten.net

Ihr möchtet uns kennenlernen? An jedem zweiten Sonntag öffnen wir eine versteckte Tür an der Laube für ein Picknick. Wir nennen es „Schwärmen“: Aufgetischt wird, was wir gemeinsam an Speisen, Getränken, Ideen, Geschichten und Liedern mitbringen. Termine:


Ungewollte Werbekulisse

Falls sich schon jemand gefragt hat, was an der dem Garten angrenzenden Brandmauer geschieht: hier wird eine großflächige Wandwerbung für Mercedes Benz aufgebracht. Gegen unseren Willen und unter Androhung von Anwaltskosten durchgedrückt. Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Werbeaktion und finden es ätzend, dass der Garten gezwungenermaßen als Kulisse für die obendrein sexistische Werbung eines Autoherstellers herhalten muss.


Unser neues Büro: der Ableger

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Wir haben ein neues Büro gefunden! Nach zwei Jahren hoch am Kottbusser Damm sind wir nun endlich wieder in Laufnähe des Gartens zu finden, und zwar in der Oranienstraße 45, wo zuvor das Likörchenkollektiv Tante Horst jahrelang ansässig war. Hier möchten wir nicht nur buchhalterisch tätig sein, sondern den Raum auch als Seminar- und Nachbarschaftsraum zugänglich machen. Neulich waren wir noch auf Namenssuche, mittlerweile wurde der neue Name gefunden: Ableger. Danke an alle, die sich bei der Namensfindung beteiligt haben! Falls ihr Fragen oder Ideen habt, schreibt gern an sn@prinzessinnengarten.net