Topic: Stadt und Garten

Christopher Dell am Vibraphon und im Gespräch zu Stadtaktivismus und Improvisation

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Mit Unterstützung der anstiftung konnten wir Christoper Dell in die Nachbarschaftsakademie einladen. Dell ist Stadtheoretiker, Komponist und laut Reclam Jazzlexikon führender Vibraphonist Europas. In der Nachbarschaftsakademie sprach er zum Thema Stadtaktivsmus und „Recht auf Stadt“ und intonierte dabei seine Ideen der Improvisation mit dem Vibraphon. Das Urbane ist nach Dell kein Behälter, sondern es wird laufend produziert durch das Alttagsleben von uns allen. Orte wie den Prinzessinnengarten bezeichnet er als „Übungsräume“, in denen neue Formen der Produktion des Urbanen geprobt und ausprobiert werden. In seinem jüngsten Buch, „Das Urbane“, heisst es: Die Auseinandersetzung um „Stuttgart 21″, die Gentrifizierungsdebatte, die Recht-auf-Stadt-Bewegung, Zwischennutzungen wie die ‚Prinzessinnengärten‘ in Berlin, die Diskussion um die Commons  … In ihnen allen manifestiert sich, auf höchst unterschiedliche Weise, der Wille der Menschen, mehr zu sein als nur bloße Agenten einer kommerziellen Wohnapparatur Stadt.“


Filmvorführung „Gegen Bauspekulanten und Stadtzerstörer“

DragonerFuehrung

Im Rahmen der von ihm kuratierten Filmreihe zu Bodenfrage, Mieterkampf und Selbstversorgung hat Florian Wüst im Rahmen der Nachbarschaftsakademie zwei Filme in den Archiven zum Arbeiterwohnungsbau im Ruhrgebiet aufgetan (Filmbeschreibung). Im Sinne der Idee wechselseitiger nachbarschaftlicher Hilfe haben wir die Filme auf dem sogenannten Dragoner-Areal gezeigt, auf dem sich NutzerInnen und AnwohnerInnen derzeit gegen eine Privatisierung und für 100 % wirklich bezahlbaren Wohn- und Gewerberaum einsetzen

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Kreuzberger CSD am Moritzplatz

Kreuzberg CSD 2015

Am Samstag gingen beim Kreuzberger CSD mehrere Tausend Menschen zum Tanzen auf die Straße, aber auch „um das Miteinander im Kiez zu stärken und zu feiern und existierende Missstände im Kiez am CSD-Wochenende laut auf die Straße zu tragen.“ Bei  Zwischenstops am Moritzplatz und am Kottbusser Tor gab es kurze Redebeiträge zur Kampagne zum Erhalt des Prinzessinnengartens und zur MieterInneninitiative Kotti&Co und dem anstehenden Mietenvolksentscheid. Mehr auf dem Blog der Nachbarschaftsakademie


Nachbarschaftsakademie

Gemeingüterworkshop im Rahmen der Nachbarschaftsakademie mit 596 Acres aus New York

Gemeingüterworkshop im Rahmen der Nachbarschaftsakademie mit 596 Acres aus New York

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Sommer 2015 ist  im Prinzessinnengarten am Moritzplatz mit der Nachbarschafsakademie eine offene Plattform für Wissensaustausch, kulturelle Praxis und Aktivismus in Stadt und Land entstanden.

Für das Sommerprogramm 2015 zum Thema Stadt Land Boden haben wir KünstlerInnen, AktivistInnen, ExpertInnen und Organisationen aus New York, Paris, Kopenhagen und Hamburg eingeladen, um mit Partnern vom Moritzplatz, aus Berlin und aus Brandenburg zusammenzuarbeiten. Das für alle Interessierten offene und kostenlose Programm setzte sich zusammen aus Work- und Talk-Shops, Spaziergängen, Exkursionen, öffentlichen Gesprächen, Nachbarschaftsessen und Filmabenden.

Das Programm 2016 widmet sich dem Thema Kollektives Lernen, Commoning und die Sorge um das Mögliche.

Der Aufbau der offenen Wissensplattform Nachbarschaftsakademie wird ergänzt durch eine nach und nach wachsende architektonische Struktur, der Laube im Prinzessinnengarten  Zusammen mit fatkoehl architekten und unterstützt von der Deutschen Bundesumweltstiftung arbeiten wir an einem experimentellen und im Selbstbau erweiterbaren Gebäude, das einen nicht-kommerziellen Raum bietet für Workshops, öffentliche Vorträge, Residencies, vertikales Gärtnern sowie die Arbeit mit und von Geflüchteten.

Im März 2016 hat die Nachbarschaftsakademie zusammen mit bassateen e.V. einen Abend zu Gärten und Ernährungssouveränität in Syrien veranstaltet. Hier einige Eindrücke

Suppe#3 Gärten in Syrien

 

Die Nachbarschaftsakademie ist ein Gemeinschaftsprojekt von Prinzessinnengarten, Åsa Sonjasdotter, Common Grounds e.V. und der anstiftung.

Kontakt: nachbarschaftsakademie@prinzessinnengarten.net


Urbane Gärten: “Nischenanliegen” oder soziale Bewegung

Kürzlich veröffentlichte der Autor Max Scharnigg in der Süddeutschen unter dem Titel “Grüner wird’s nicht” eine Polemik gegen das “Nieschenanliegen” urban Gardening. Dem Bauen und der Verdichtung das Wort redend, spricht Scharnigg über “betreutes Gärtnern für die herumstümpernde Ökoschicht.” Es handele sich um “Spielplätze für wenige.” Christa Müller, Geschäftsführerin der anstiftung, betont in ihrer Erwiderung “Grüne Revolution” in der Frankfurter Rundschau”Gärtnern in der Stadt ist hochpolitisch. Wer die Bewegung verniedlicht, versperrt sich selbst den Blick auf den gesellschaftlichen Wandel.” Sie verweist dabei unter anderem auf das von 120 Initiativen unterzeichnete Urban Gardening Manifest.

Weiter heisst es: (mehr…)


Dialog Extrem

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Die Veranstaltung “1:1 – Dialog Extreme” an der TU-Berlin hat versucht über erzählerische Formate die Diversität verfügbaren Wissens und Positionen zu verbinden. An 40 Tischen saßen  geladene ExpertInnen, die von Ihnen für 25-minütige, persönliche Tischgespräche zu unterschiedlichsten Aspekten des Themas “Miete in Berlin”, gebucht werden konnten. Die Gäste konnten Gespräche führen von A wie “Allmende” bis Z wie “Zwischennutzung”. Dabei sollten die Grenzen zwischen ExpertInnen und Publikum fließend sein. Mit dabei war Marco Clausen vom Prinzessinnengarten mit Einschätzungen zur Frage “Grün vs. Grau / Gartenromantiker vs. Betonfraktion- ein Blick über den Beetrand vermeintlicher Gegensätze”. Die Gespräche lassen sich hier nachhören

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Studie “Die neuen Gartenstädte”

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“Die neuen Gartenstädte”, ist eine Studie von Ella von der Haide zu Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kommunen und Gemeinschaftsgärten. Anhand von 34 best practice Beispielen aus Deutschland, Österreich, den USA, Kanada, Frankreich und Großbritannien will die Studie Kommunen ein Hilfsmittel an die Hand geben, um Ideen für Strategien und Kooperationsmöglichkeiten mit den Initiativen zu entwickeln. Die recherchierten Beispiele reichen von Maßnahmenpaketen zur Förderung von urbanen Gärten wie z.B. „Green Thumb“ in New York, über Rahmenplanungen für kommunale Ernährungsstrategien in Brighton oder die „BioMetropole Nürnberg“ bis hin zu visionären Planungen von Neubaugebieten wie Agropolis in München. Die Studie entstand im Auftrag der Münchner Stiftungsinitiative für urbanes Gärtnern. Ella von der Haide ist auch bekannt durch ihre Dokumentationsserie “Eine andere Welt ist pflanzbar” über urbane Gärten in Nordamerika, Cape Town, Buenos Aires und Berlin. 

Hier kann die Studie kostenlosen heruntergeladen werden

 


Verlängerung für den Stadiongarten Zürich

Unsere Einladung in die Schweiz haben wir dazu genutzt, um zusammen mit Franzi (Gärtnerin in Berlin) und Micha (Fahrradkurier und Pizzakoch im Prinzessinnengarten) den Stadiongarten zu besuchen. Neben den Tribünenresten des ehemaligen Stadions der Grashoppers Zürich gärtnern hier über 100 Menschen, die für die Nutzung der Beete nichts zahlen müssen.

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Zürich West: ein Gartenidyll zwischen Baukränen

Trotz der schon kühleren Temperaturen war der Garten belebt, als wir am Samstag Vormittag mit den Rädern vorbeischauten. Das Backkollektiv brotoloco  – ein Ableger des Gemüsekollektivs ortoloco – war gerade dabei, Rundlinge in den beeindruckenden Lehmofen zu schieben. Begrüßt wurden wir von Wanda und Lolo. Lolo ist inzwischen – finanziert von der Stadt Zürich – hauptamtlicher “Brachenpfleger”. Zusammen haben uns die beiden den Garten gezeigt, die Philosophie dahinter erläutert und die Geschichte seines Entstehens und auch seines unverhofften Weiterlebens erzählt. (mehr…)


Winterthur Urban Forum

winterthur urban forum

Auf Einladung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften haben wir am Winterthur Urban Forum mit einem Vortrag zur Bedeutung urbaner Gärten für eine partizipative und resiliente Stadtentwicklung teilgenommen. Dabei haben wir versucht sowohl die Potentiale von urbanen Gärten und ähnlichen sozialen und ökologischen Freiräume für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung deutlich zu machen, aber auch auf die schwierige Rahmenbedingungen hingewiesen, wie etwa die zunehmende Privatisierung öffentlichen Eigentums, die sinkende Gestaltungsfähigkeit von Kommunen oder die ungleiche Flächenkonkurrenz von sozialen, ökologischen und Bildungsprojekten mit einem zunehmend global ausgerichteter Grundstücksmarkt. Die im Beitrag vertretene These war, dass es in den Städten eine Art “Freihandelszonen” geben müsste, in denen unter teilweiser Aussetzung der bestehenden Reglementierungen und Marktlogiken mit lokalen Antworten auf globale Herausforderungen experimentiert werden kann. Vor diesem Hinergrund lässt sich vielleicht auch das Berlins der letzten Jahrzehnten mit seinen zahlreichen Zwischennutzungen und Aneignungen urbanen Raums in Teilen als die Geschichte einer solchen ungeplanten Freihandelszone verstehen. Heute, angesichts des zunehmenden Drucks auf Flächen und steigender Wohn- und Gewerbemieten ist für viele Akteure fraglich, ob die Bedingungen für solche Freiräume in Zukunft noch in gleichem Maße gegeben sein werden. (mehr zu Beiträgen von Saskia Sassen und Harald Welzer siehe unten) (mehr…)