Topic: Stadt und Garten

Workshop Kopenhagen

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Auf Einladung der Künstler Kirsten Dufour and Finn Thybo Andersenmore haben wir zusammen mit Asa Sonjasdotter im Astrid Noacks Atelier (ANA) in Kopenhagen an einem Workshop zum Thema “Diversität – Demokratie” teilgenommen. Asa hat aus ihrer künstlerischer Forschungsarbeit zur Vielfalt von Kartoffeln (potatoperspective.org) und der Herausbildung “reiner Linien” bei Kulturpflanzen berichtet. Als Kontrast zur dargestellten Industrialisierung und Normierung von Kulturpflanzen ging es im Workshop auch um die Praxis der Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt. Soeren Hoff hat erzählt, dass es in Dänemark vor 27 nur noch 3 Sorten Kürbisse im Handel gab. Aus Frustration über diese kulturelle und biologische Verarmung haben Menschen angefangen selber Saatgut zu besorgen und zu erhalten. Soeren selbst züchtet (aus Hybridsaatgut) heute samenfeste Sorten, beispielsweise Auberginen, die an die spezifischen Bedingungen in urbanen Gärten angepasst sind.

Temporärer Garten Prags Have

Temporärer Garten Prags Have

Den Besuch in Kopenhagen haben wir auch genutzt, um uns über die Frage von temporären und langfristigen Landnutzung von alternativen Projekten zu informieren. Dazu haben wir unter anderem mit frühen AktivistInnen des aus der Besetzung eines ehemaligen Militärstandorts in den frühen 70er Jahren hervorgegangenen selbsterklärten Freistaats Christiania gesprochen. Inzwischen wurde das Gelände mit einer “Volksaktie” vom dänischen Staat abgekauft. Daneben haben wir den Gemeinschaftsgarten “Prags Have” besucht. Unter anderem inspiriert durch einen Besuch im Prinzessinnengarten war das Projekt zusammen mit zahlreichen kulturellen und gewerblichen Zwischennutzungen 2011 auf dem Gelände einer ehemaligen Farbfabrik entstanden. Es handelte sich um den ersten neuen Gemeinschaftsgarten in Kopenhagen. Inzwischen sind, auch mit Unterstützung der Gemeinde, über 20 weitere neue Gemeinschaftsgärten in der dänischen Hauptstadt aufgebaut worden. Die schnelle Entwicklung einer urbanen Gartenszene in Kopenhagen liess sich im September an der “Eat Your City”-Konferenz ablesen. Nachdem er wichtige “Bestäubungsleistungen” erfüllt hat, muss der temporäre Pionier “Prags Have” allerdings  nun gehen. Auch vor dem Hintergrund einer schnellen Entwicklung des Immobilienmarktes wurde das Gelände kürzlich an eine Lagerfirma verkauf, obwohl die besitzende Firma zunächst einer stärker nachbarschaftsorientierte Entwicklung vorgesehen hatte. Der Garten wird Ende 2014 aufgelöst. Die Beete und Materialien werden an Schulen und andere Einrichtungen in der Nachbarschaft sowie an befreundete Gärten verteilt.


Prinzessinnengärten 2009 bis 2018

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PRINZESSINNENGARTEN 2009-2018

Das Gartenjahr endet, der Prinzessinnengarten macht weiter!

Wir feiern am Freitag (17.10.) den Saisonabschluss und die Vertragsverlängerung bis 2018 am Moritzplatz

Seit Juni 2009 haben wir am Moritzplatz gemeinsam mit vielen, vielen helfenden Händen eine ungenutzte und zugemüllte Brachfläche in einen blühenden urbanen Garten verwandelt. Im Sommer 2012 hiess es dann, diese stadteigene Fläche solle, wie viele andere Liegenschaften auch, meistbietend an einen privaten Investor verkauft werden. Es drohte das Aus für den Garten. Daraufhin haben sich 30.147 UnterstützerInnen für die Kampagne “Wachsen lassen!” eingesetzt und damit dazu beigetragen, dem Prinzessinnengarten eine Zukunt auf der fußballfeldgroßen großen Fläche am Moritzplatz zu ermöglichen (mehr dazu hier). Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal Euch allen für die Unterstützung. Inzwischen wurde die Fläche vom Liegenschaftsfonds an den Bezirk Friedrichshain-Keuzberg rückübertragen. Vor wenigen Tagen haben wir mit dem Bezirk einen Pachtvertrag für den Prinzessinnengarten bis Ende 2018 abgeschlossen. Das und die zurückliegende Gartensaison 2014 wollen wir zusammen mit Euch feiern.

 

 

 


Orange Social Design Award

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Wie soll der öffentliche Raum gestaltet sein, in dem wir zusammen leben? Wie können wir das Leben in den Städten verbessern? KulturSPIEGEL und SPIEGEL ONLINE haben für den Orange Social Design Award Entwürfe gesucht, die Antworten geben auf diese Fragen. Mehr als 200 Ideen und Projekte wurden eingereicht. Zu den 10 von der Jury für die Shortlist ausgewählten Projekten zählt auch der Prinzessinnengarten (Hier die Beschreibung des Beitrages als PDF). Hier könnt Ihr den Prinzessinnengarten bis zum 19.10. für den Zuschauerpreis unterstützen.


Prinzessinnengarten in Kairo

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Panelgespräch am Goethe – Institut Kairo

Wir waren in Kairo und haben uns mit Dachbegrünungs-, Stadtteil- und Partizipationsinitiativen ausgetauscht und Vorträge vor Studierenden der GUC und am Goethe-Institut gehalten, das uns in die Nilmetropole eingeladen hat. Einen ausführlichen Bericht über die besuchten Projekte gibt es demnächst an dieser Stelle.


FieldWorks Berlin Cotonou

Bilder zum “AgriKulturForum” des Projekts “FieldWorks” im Prinzessinnengarten. Zwei partizipative Forschungsgruppen haben sich in Berlin und in Cotonou (Benin) auf ins “Feld” gemacht und mit PraktikerInnen, Forschenden und ExpertInnen über zukunftsfähige Formen der Landwirtschaft gesprochen. Die Ergebnisse wurden  in Form von Ausstellungsbeiträgen, einer Informellen Akademie sowie Workshops präsentiert. Themen waren unter anderem Bienen, Böden, gärtnerische Praxis in der Satdt, urbane Landwirtschaft, Verpackungen, Solidarische Landwirtschaft, Dumpstern, Permakultur, alternative Anbaumethoden, Nahrungsmittelsouveränität, Gemeingüter, Sortenvielfalt und Saatgutgewinnung, Community Mapping, Geschmacksvielfalt und Verbraucherverhalten. (Programm INFORMELLE AKADEMIE als PDF)


Der Bürgermeister: Gärtner seiner Stadt

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Die Berliner Zeitung hat zum Auftakt ihrer Serie “Die Zukunft der Stadt- was braucht Berlin” 14 BerlinerInnen und Berliner gefragt, was sie vom neuen Berliner Bürgermeister erwarten, der in wenigen Wochen gewählt werden soll. Unsere Antwort: er sollte Gärtner einer Stadt sein, die vielfältig, grün und bezahlbar ist und Räume des Mitgestaltens erhält und pflegt.  (mehr…)


Informelle Akademie im Prinzessinnengarten

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Im Rahmen des deutsch-beninischen FieldWorks-Projekts haben wir im Prinzessinnengarten eine INFORMELLE AKADEMIE und Workshops durchgeführt. Die BesucherInnen hatten die Möglichkeit an offenen Tischen mit ExpertInnen, PraktikerInnen und den TeilnehmerInnen des partizipativen Forshcungsprojektes aus Berlin und Cotonou (Benin) ins Gespräch zu kommen und mehr zu erfahren über zukunftsfähige Formen der Landwirtschaft. Es ging unter anderem um Bienen, Böden, gärtnerische Praxis, urbane Landwirtschaft, Verpackungen, Solidarische Landwirtschaft, Dumpstern, Permakultur, alternative Anbaumethoden, Sortenvielfalt und Saatgutgewinnung, Community Mapping sowie Verbraucherverhalten. Mit dabei der Linsenbauer Woldemar Mammel, Svenja Nette, Matthias Wilkens und Felix Haberscheid und unser Imker Heinz Risse aus dem Prinzessinnengarten, Christian Heymann vom Speisegut, Moritz Reckling vom ZALF, der Permakulturdesigner Thomas Noack, Martin Höfft vom Café Botanico, Johannes Erz vom Bauernhof Erz, Marie Delaperrière vom ersten Unverpacktladen, Diego Maronese und Mario Modest von der Hofgemeinschaft Spörgelhof, Gbeognin Mickael Houngbedji, Nicole Amoussou, Christin Kolbe, die Autorin des “Regionfilms” Lea Schulz, der Agroforstwirt Stephan Seidemann, die Saatgutexpertin Gunilla Lissek-Wolf vom Social Seeds, der Mappingaktivist Tdchand Msilikale und der Kochlehrling Josha Karlborg. Das Programm INFORMELLE AKADEMIE als PDF

Organisiert, gestaltet und begleitet wurde die Informelle Akademie und die Workshops von den FieldworkerInnen Pedro Adjafon, Emmanuel Agboton, Cecilia Antoni, Lea Bassabi, Marco Clausen, Edgar Deguenon, Diana Diekjürgen, Lisa Gutermuth, Christin Jensen, Lina Jukonyte, Ophélie Karoni, Susanne Kober, David Aybdélé Labintan, Beatrice Lange, Alcade Christel Segnon, Alvirès Sessy, Erik Stein und Caroline Wolf

 


Food Policy Council

Bild: Marco Clausen*

Am Wochenende vom 15.-17.8. gab es unter dem Titel “Ressourcen(irr)wege: globale Rohstoffe, lokale Wende” eine Strategietour durch Berlin, organisiert von INKOTA, Germanwatch und powershift. 30 TeilnehmerInnen haben Orte besucht, die sich mit Rohstoffen, Energie und Landwirtschaft auseinandersetzen und über Strategien diskutiert, was wir lokal verändern können, um besser mit den Grenzen unseres Planten umzugehen. Bei ihrem Besuch am Moritzplatz ging es zunächst, um die Arbeit des Prinzessinnengartens und die urbanen Landwirtschaft. Danach hat Beatrice Walthall (AG Stadt und Ernährung) das Konzept der “Food Policy Council” vorgestellt. Der erste eines solchen aus unterschiedlichsten Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft zusammengesetzter Ernährungsrat ist 1982 in Knoxville (Tennessee) unter dem Eindruck entstanden, dass viele Menschen selbst in der reichen USA keinen Zugang zu angemessenen Lebensmitteln haben. Inzwischen gibt es in Nordamerika 193 solcher Räte, die sich durch Politikberatung, Forschungsarbeit, Ernährungsbildung, die Erarbeitung von Strategien und Umsetzung lokaler Projekte für ein nachhaltiges, gerechtes und effizientes Nahrungsmittelsystem einsetzen.

*Das Bild zeigt ein Huhn auf dem Hof von Hanna und Johannes Erz im Oderbruch