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SUMMARY:World of Noon #4   @ Prinzessinnengarten / DAUERGARTENFESTIVAL
DESCRIPTION:\n  \n  \n  \n  \nDie drei Projekte\, die in diesem Salon zusammengebracht werden\, verbindet das gemeinsame Bemühen um jene Form der ökologischen Nachhaltigkeit\, welche die Lebenszeit einer einzelnen Person überdauert. \nDie Erhaltung prekärer Lebensräume\, der Schutz sozial verantwortlicher Strukturen sowie die Rehabilitation verschmutzter Landschaften stehen im Fokus dieses Salons. \nIm Herzen Kreuzbergs befinden sich die Prinzessinnengärten. Die Notwendigkeit für Diversität nicht-menschlichen und menschlichen Lebens in all seinen Ausgestaltungen ist Grundlage und eine geteilte Sorge aller involvierten Menschen in diesem urbanen Garten Raum. Mitgründer Marco Clausen wird einen Einblick in ihr gegenwärtiges Ringen um die Fortführung dieses Projektes geben. Er wird darlegen\, was es bedeutet\, dieses Projekt in dem gegenwärtig rauen Grundstücksklima Berlins aufrechtzuerhalten. \nAstrid Kirchhoff wird über Konzepte eines guten Lebensstils innerhalb des ehemaligen ostdeutschen Staates sprechen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs verlor die kommunistische Interpretation der Welt – zumindest vorübergehend – an Bedeutung\, aber biozentrisch -ethische Konzepte\, welche auch in dem sozialistischen Staat existierten\, überlebten und beeinflussen noch immer die gesellschaftliche Beziehung zu der Natur\, nicht nur in Deutschland\, sondern auch in vielen anderen Ländern.\nIn den letzten Jahren verschmolzen diese Ideen mit wiederentdeckten Elementen marxistischer Theorien zu einer öko-sozialistischen Forderung gegen globalen Kapitalismus. \nDie Künstlerin und Forscherin Susanne Kriemann wird über ihr fortlaufendes Forschungsprojekt sprechen. Das Zentrum des Projektes ist das Mineral Pechblende (eine Uranform). Das Werk begibt sich auf eine historische Spur wissenschaftlicher und fotographischer Prozesse\, erzählt durch vernetzte Stellen von Labor\, Archiv\, Museum und Bergwerk. Hoch radioaktiv und uranreich wurde die Pechblende unermüdlich im Erzgebirge der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik zwischen 1945 und 1989 abgebaut. Schlussendlich erleichterte dies die nukleare Aufrüstung der UdSSR. Trotz der Giftigkeit des Bergbaus und der dokumentierten gesundheitlichen Gefahrenen für die dort arbeitenden Bergarbeiter ist das Erzgebirge auf dem Wege in ein beschauliches Bergpanorama verwandelt zu werden mit nur wenigen erkennbaren Spuren von der immer noch radioaktiven ausstrahlenden industriellen Arbeitsstätte. \nIn diesem Salon werden wir ein Gespür für die unterschiedlichen Formen der ‘langsamen Gewalt’\, wie sie uns die SprecherInnen vorgetragen haben\, entwickeln. Danach werden wir diskutieren\, welche Rolle unterschiedliche Disziplinen und Aktivitäten (Kunst Wissenschaft und Graswurzel – Aktivismus) in der Sichtbarmachung dieser Auswirkungen\, die sich quer durch eine Vielfalt von zeitlichem Ausmaß und Raum entwickelt\, spielen kann. \n  \nDer Salon wird in deutscher Sprache mit einer Live- Moderation in Englisch gehalten.  \n_____________________________ \nÜber dem Ort:\n \nPrinzessinnengarten: Soweit es um die ökologische Krise und eine dringend notwendige sozial-ökologische Transformation geht\, braucht es Räume\, in denen wir eine andere Art des Zusammenlebens\, eine andere Stadt\, ein anderes Verhältnis zu den lebendigen Prozessen auf diesem Planeten erproben können. In solchen Commons geht es nicht um die Maximierung des Profit\, nicht um eine fortgesetzte Extraktion von „Ressourcen“\, sondern um die gemeinsame Sorge für die Grundlagen des menschlichen und nicht-menschlichen Lebens in all seiner Vielfalt. Dazu braucht es auch neue Formen des Lernens. So experimentieren wir seit 2015 in der Nachbarschaftsakademie mit selbstorganisierten Formen des Lernens zwischen Aktivismus und Kunst. Unter dem Titel »Aus den Ruinen der Moderne wachsen« soll im Sommer 2019 ein Curriculum für einen dauerhaften Lernort -für die nächsten 99 Jahre- im Prinzessinnengarten Kreuzberg entwickelt werden. \n_____________________________ \nÜber den TeilnehmerInnen \nMarco Clausen\, geboren 1974 in Schleswig\, studierte Geschichtswissenschaft und Philosophie und ist zusammen mit Robert Shaw Gründer des Prinzessinnengartens in Berlin Kreuzberg. Gemeinsam mit Hunderten UnterstützerInnen wurde hier seit 2009 eine verwahrloste Brachfläche in eine 6000 Quadratmeter große ökologische und soziale urbane Landwirtschaft verwandelt. Clausen hat 2012 eine erfolgreiche Kampagne zum Erhalt dieses „Pionierprojekts“ organisiert\, die von mehr als 30 000 Menschen unterstützt wurde\, und kümmert sich mit dem Verein „Common Grounds“ in Form von Workshops\, Publikationen\, Ausstellungen\, Residency- und internationalen Austauschprogrammen um Themen wie Stadt und Ernährung\, Partizipation\, urbane Landwirtschaft im internationalen Kontext und resiliente Stadtentwicklung. 2012 erschien „Prinzessinnengarten. Anders gärtnern in der Stadt“ mit Texten und Bildern von und 2015 ist er beteiligt am internationalen Austauschprojekt „Garden Cities of Tomorrow“ im Prinzessinnengarten.  \nDie Historikerin Astrid Mignon Kirchhof ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt Universität zu Berlin. Von 2016 bis 2019 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Scholar in Residence am Deutschen Museum im EU-finanzierten Projekt „History of Nuclear Energy and Society“. Zuvor war sie Postdoc-Stipendiatin der Volkswagen Foundation an der Georgetown University und am German Historical Institute\, Washington\, DC. Von 2010 bis 2014 war sie Leiterin eines DFG-Forschungsprojekts zum Schutz der Naturschutzbewegung in Ost- und Westberlin  an der Humboldt-Universität.Ihre Monographie Vom Wert der Natur. Das Mensch-Natur-Verhältnis in der DDR steht kurz vor der Beendigung. \n \nSusanne Kriemann (* 1972 in Erlangen) ist Künstlerin und Universitätsprofessorin an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Kriemann untersucht im Rahmen ihrer Forschungsarbeit das Medium Fotografie im Kontext von Sozialgeschichte und Archivpraxis. Mit einem erweiterten Begriff des fotografischen Dokuments hat sie zuletzt die Welt als analoges „Aufnahmesystem“ für vom Menschen verursachte Prozesse reflektiert. Dies hat zu einer Beschäftigung mit Radioaktivität und Bergbau geführt\, aber auch mit Archäologie und Wahrzeichen in früheren Arbeiten sowie zu einem medienarchäologischen Interesse an Fotografie und Verbindungen\, die zu einer Geschichte der Militärtechnologie hergestellt werden können. \nAlexandra Navratil was resident of the 2013 ABA Artist in Residency programme.  Her work examines historical and political concepts of perception and their correlations with systems of representations in cinema\, architecture and politics. Her works in various media such as photography\, collage and video\, are deliberate constructions\, which attempt to undermine the authority of the image by questioning the means and mechanisms of its production and the codes of its representation. These underlying structures are made visible within the works. Alexandra Navratil (Zürich\, Switzerland\, 1978)\, lives and works in Zurich\, graduated with an MFA from Goldsmiths College in London in 2007. \n_____________________________ \nDer Salon findet statt im Rahmen von: „142 Tage für 99 Jahre – Ein Dauergartenfestival zum Erhalt des Prinzessinnengarten Kreuzberg“. Die Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg setzt sich für den dauerhaften Erhalt des Prinzessinnengarten am Moritzplatz als ein Gut\, das eine größeren Gemeinschaft zur Verfügung steht. Mit der Veranstaltung unterstützen wir die Initiative. \nWorld of Noon wird organisiert von Susanne Kriemann\, Aleksander Komarov und Beatrijs Dikker\, der Künstlerinitiative ABA (AiR Berlin Alexanderplatz). Die Initiative setzt sich mit verschiedensten Formen der künstlerischen Forschung auseinander. Während die Wissenschaft immer stärker die künstlerische Praxis beeinflusst\, ist es unser Anliegen\, mit dieser Salon – Reihe Formen ephemer künstlerischer Untersuchungen darzustellen und die Grenzen dessen\, was als Wissen oder Recherche definiert wird\, zu erweitern.  \nWorld of Noon wird großzügigerweise von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert. \n  \n  \nEine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg im Rahmen des Dauergartenfestivals 142 Tage für 99 Jahre. Die Initiative engagiert sich für den dauerhaften Erhalt des Prinzessinnengarten am Moritzplatz als ein Gemeingut. \n
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