Die Laube im Prinzessinnengarten


Am Moritzplatz errichten wir im Selbstbau mit der “Laube im Prinzessinnengarten” einen selbstorganisierten Lern- und Austauschort

 

Eröffnung der Laube am 24. Juni, ab 14 Uhr

Es ist soweit. Im August 2015 hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Baugenehmigung erteilt, im Herbst desselben Jahres haben wir das Fundament gelegt, von Mai bis Juli 2016 wurde der dreigeschossige, 10 Meter hohe Holzbau per Hand errichtet und im April und Mai dieses Jahres haben wir die Laube um ein ausziehbaren Raum und eine Terrasse ergänzt. Insgesamt haben über 100 Helfer*innen, Auszubildende der Knobelsdorff-Schule und Studierende der TU-Berlin knapp 12.000 Stunden Arbeit in den Selbstbau gesteckt. Initiiert und geplant wurde die Laube von Florian Köhl (fatkoehl architekten), Christian Burkhard und Marco Clausen (Prinzessinnengärten)

In Zukunft wird die Laube als ein Gemeingut genutzt. Der Verein common grounds, die Nachbarschaftsakademie und der Bereich „Die Stadt ist unser Garten“ der Prinzessinnengärten werden die Laube als ein selbstorganisiertes Kultur-, Lern- und Nachbarschaftszentrum betreiben, das für gemeinwohlorientierte Nutzungen offen steht.

Um den erfolgreichen Aufbau der Laube zu feiern und die künftigen Nutzungen einzuläuten, laden wir Euch für den kommenden Samstag herzlich zur Eröffnung der Laube ein.

Programm

Führungen zu Laube und Prinzessinnengärten

Auf dem Programm stehen Führungen zu Laube und Prinzessinnengärten, ein öffentliche Gespräche mit Florian Schmidt (Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg) sowie Renée Tribble und Lisa Marie Zander (Planbude, Hamburg), Thomas Aenis (Albrecht-Daniel-Thaer-Institiut HU-Berlin),  Philipp Misselwitz (Habitat Unit, TU Berlin),. Zum Abschluss wird der Dokumentarfilm “Die Laube. Stadt (selbst) bauen” von Diego Aracil und Laura Ordonez gezeigt.

 

Die Laube in den Prinzessinnengärten

 Die Laube als Gemeingut

Die Laube bietet Räume für Workshops, Ausstellungen, öffentliche Gespräche, Filmabende, Theateraufführungen, Performances, Symposien, Nachbarschaftsessen oder Treffen von Gruppen und Initiativen. Sie steht allen nicht-kommerziellen und gemeinwohlorientierten Nutzungen offen. Für den selbstorganisierten Betrieb der Laube gibt es keine Förderung. Wir wollen die Laube im Sinne einer solidarischen Ökonomie als ein Gemeingut (commons) nutzen und zusammen mit den Nutzer*innen Modelle entwickeln, wie der Ort gemeinschaftlich getragen und erhalten werden kann.

Neben der offenen Nutzung wird die Laube den Prinzessinnengärten als Ort der Umweltbildung- und -kommunikation dienen. Die  Nachbarschaftsakademie findet in der Laube ihr “Schulgebäude” für Veranstaltungen und Workshops zu den Themen soziale und ökologische Gerechtigkeit, Recht auf Satdt und Stadt-Land-Beziehungen.

common grounds / Nachbarschaftsakademie

Getragen wird die Laube durch den Verein common grounds. Dieser ist aus der Netzwerk- und Beratungsarbeit in den Prinzessinnengärten hervorgegangen. Der gemeinnützige Verein arbeitet eng mit dem Bereich „Die Stadt ist unser Garten“ der Prinzessinnengärten zusammen, der sich aus der erfolgreichen Kampagne von 2012 zum Erhalt des Gartens entwickelt hat. Genutzt wird die Laube u.a. durch die Nachbarschaftsakademie, die 2015 als offene Plattform für Wissensaustausch, kulturelle Praxis und Aktivismus zwischen Stadt und Land gegründet wurde.

Wer uns kennenlernen möchte kann dies beim „Picknick in der Laube“ tun. zu dem wir jeden zweiten Sonntag von 12 bis 20 Uhr einladen. Gegessen, getrunken, gehört und gesehen wird, was wir gemeinsam an Lebensmitteln, Getränken, Geschichten und Ideen mitbringen.

Wer Interesse an einer Nutzung der Laube hat, kann sich melden unter: laube@prinzessinnengarten.net

Gemeinschaftlicher Selbstbau als Lernprozess im nachhaltigen Bauen

Selbstbau Laube

Die Laube ist ein dreigeschossiger Holzrahmenbau mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern und  einer Höhe von 10 Metern. Sie wurde ohne den Einsatz größerer Maschinen mit Hölzern aus der Region gebaut. Die Laube ist so geplant, dass sie dem Garten weder Licht noch Anbaufläche nimmt und auf den Terrassen zusätzliche Flächen zum Gärtnern schafft.  Errichtet wurde die Laube im gemeinschaftlich Selbstbau in Zusammenarbeit mit Studierenden der TU-Berlin, Auszubildenden der Knobelsdorff-Schule und Freiwilligen. Der Bauprozess selbst wurde als ein Lernprozess im nachhaltigem und gemeinschaftlichem Bauen gestaltet.

Nutzung eines Lern-, Kultur- und Nachbarschaftsort als ein Gemeingut

Die Laube ist nicht nur ein architektonisches, sondern auch ein soziales Experiment. Als ein Gemeingut soll hier die  Ressource Raum gemeinschaftlich für gemeinwohlorientierte Zwecke genutzt werden. Mit der Laube entsteht ein Freiraum  für soziales, ökologisches und kulturelles Engagement. Jenseits des in Berlin und insbesondere in Kreuzberg steigenden Verwertungsdrucks auf Räume soll die Laube als ein Gemeingut für alle interessierten Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen Möglichkeiten für nichtkommerzielle, nachbarschafts- und gemeinwohlorientierte Nutzungen eröffnen.

 

Themen:  Sozial-ökologischer Wandel

Die Arbeit von Prinzessinnengärten und der Nachbarschaftsakademie in der Laube verbindet Formen kollektiven Lernens mit dem Interesse an einer sozialökologischen Transformation von Unten. In der Laube organisieren wir Programme zu Fragen des zukunftsorientierten Zusammenlebens von Mensch und Natur. Wir behandeln dabei Themen wie urbane Ökosysteme, Wandel der Stadtgesellschaft, Stadt-Land-Beziehungen, nachhaltiges Bauen, Ernährungssouveränität, Gemeingüter, lokale digitale Netzwerke, Stadt der Ankunft, Partizipation und demokratische Planungsverfahren.

 

Zukunft des Moritzplatzes

Die Laube und ihre gemeinschaftliche Nutzung soll Anstoss geben für eine offene Diskussion über Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukünfte der Nachbarschaft um den Moritzplatz. Als Symbol einer Stadtenwicklung von Unten und als Diskussionsplattform bietet sie Raum für Fragen einer partizipativen, nachbarschaftsorientierten, sozial und ökologisch gerechten Entwicklung am Moritzplatz, insbesondere auch angesichts zunehmender Verdrängungs- und Privatisierungsprozesse. Die Rolle als Diskussionplattform für die Zukunft des Moritzplatzes ist insbesondere vor dem Hintergrund der zeitlich befristeten Nutzung der Fläche durch die Prinzessinnengärten von zentraler Bedeutung.  Bereits 2012 drohte mit der beabsichtigten Privatisierung der Fläche durch den Liegenschaftsfonds Berlin das Aus für das weltweit beachtete urbane Gartenprojekt. Die Kampagne „Wachsen lassen!“ hat mit über 30 000 Unterschriften und der Unterstützung von Seiten des Bezirks seinerzeit für eine sechsjährige Verlängerung des Pachtvertrages gesorgt. Dieser läuft im Dezember 2018 aus.

 

Idee

Im Anschluss an die Kampagne “Wachsen lassen!” haben Florian Köhl (fatkoehl architekten), Christian Burkhard (Architectuul) und Marco Clausen (Prinzessinnengärten) seit Anfang 2013 die Idee zur Laube im Prinzessinnengarten gemeinsam entwickelt.

selbstbau

Förderung und Unterstützung

Der Bau der Laube als Ort der Umweltbildung und Umweltkommunikation wird von der Deutschen Bundesumweltstiftung gefördert. Das Fundament wurde mit Hilfe der IKEA-Stiftung gelegt. Kooperationspartner und Bauherrin ist die Nomadisch Grün gGmbH (Prinzessinnengarten). Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Baugenehmigung für die Nutzung als nicht-kommerzieller Lern- und Austauschort ausgestellt. Die anstitung hat mit der Finanzierung des ersten Sommerprogramms der Nachbarschaftsakadmemie die Nutzung unterstützt. Am Selbstbau beteiligt sind Freiwillige, Auszubildende der Knobelsdorff-Schule und Studierende der TU-Berlin,  u.a. aus dem begleitenden Seminar „House of Commons“. Ohne die Unterstützung von den über 100 helfenden Händen wäre der Bau der Laube nicht möglich gewesen.

 

Auswahl bisherige Nutzungen

Nachbarschaftsakademie (Programm 2016: Kollektives Lernen und Sorge um die Gemeingüter)

Prinzessinnengarten (Satzungszweck urbane Resilienz)

common grounds (MAZI-Projekt zu lokalen digitalen Netzwerken)

anstiftung (Netzwerk offene Werkstätten)

Visual Public Services (Installation zu Migration)

Michelle Teran (Workshop zu “Reclaiming”)

 

Kontakt

Kontakt zum Mitbauen: contact@dielaube.org

Kontakt Nutzungen:

Marco Clausen: laube@prinzessinnengarten.net

 

 

 

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