Die Laube


Fertig ist die Laube!

Hier entsteht: ein Feiraum

Die Laube wurden in einem zweijährigen Selbstbauprozess als experimenteller Holzrahmenbau in den Prinzessinnengärten errichtet und am 24. Juni 2017 offiziell eröffnet. In Zukunft wollen der Verein common grounds und die Nachbarschaftsakademie die Laube zu einem selbstorganisiertem Kultur- und Bildungsort machen. Sie soll allen nachbarschafts- und gemeinwohlorientierten Nutzungen offen stehen und gemeinsam mit den Nutzer*innen bespielt, getragen und erhalten werden.

Die Laube in den Prinzessinnengärten

 

Das Gebäude: Errichtung im Selbstbau

Die Laube ist ein dreigeschossiger Holzrahmenbau mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern und einer Höhe von 10 Metern. Die Idee zur Laube entstand 2013. Initiiert und geplant wurde der experimentelle Bau von Florian Köhl (fatkoehl architekten), Christian Burkhard und Marco Clausen (Prinzessinnengärten). Im August 2015 hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Baugenehmigung erteilt, im Herbst desselben Jahres haben wir das Fundament gelegt, von Mai bis Juli 2016 wurde der 10 Meter hohe Holzrahmenbau errichtet und im April und Mai 2017 haben wir die Laube um ein ausziehbaren Raum und eine Terrasse ergänzt. Insgesamt haben über 100 Helfer*innen, Auszubildende der Knobelsdorff-Schule, Studierende der TU-Berlin und das Projektteam knapp 12.000 freiwillige Arbeitsstunden in den Selbstbau gesteckt. Der Bauprozess selbst wurde als ein Lernprozess im nachhaltigen und gemeinschaftlichen Bauen gestaltet. Die Laube wurde ohne den Einsatz größerer Maschinen per Hand errichtet. Gebaut wurde es aus regionalen Hölzern. Das Bauwerk ist ist so geplant, dass es dem Garten weder Licht noch Anbaufläche nimmt. Die Laube ist stabil genug, um in Zukunft vertikal begrünt zu werden und Gärten auf den Terrassen zu tragen. Die Laube ist modular konzipiert, die Pläne sind open source. Sie kann an anderer Stelle nachgebaut und erweitert werden.

Selbstbau LaubeErrichtung der Laube im gemeinschaftlichen Selbstbau (Juni 2016)

 Die Laube als Gemeingut

Die Laube bietet Räume für Workshops, Ausstellungen, öffentliche Gespräche, Filmabende, Theateraufführungen, Performances, Symposien, Nachbarschaftsessen und Treffen von Gruppen und Initiativen. Sie steht allen gemeinwohlorientierten und nicht-kommerzielle Nutzungen offen. Für den selbstorganisierten Betrieb der Laube gibt es keine Förderung. Jenseits des steigenden Verwertungsdrucks auf Räume wollen wir die Laube als ein Gemeingut (commons) nutzen und zusammen mit den Nutzer*innen Modelle entwickeln, wie der Ort gemeinschaftlich genutzt, getragen und erhalten werden kann.

postwachstumsslam2_nBeispiel Nutzung der Laube: Postwachstums-Slam Juni 2017 

 

Die NutzerInnen

Common Grounds / Nachbarschaftsakademie / Prinzessinnengärten

Getragen wird die Laube durch den Verein Common Grounds, der aus der Netzwerk- und Beratungsarbeit in den Prinzessinnengärten hervorgegangen ist. Die Vereinsmitglieder organisieren in Zukunft die Nutzung der Laube als Gemeingut. Daneben ist Common Grounds Teil des europäischen Forschungsprojektes MAZI und entwickelt für die Laube und andere Intiativen in Berlin ein lokales digitales Netzwerk.

Die Laube dient den Prinzessinnengärten als Ort der Umweltbildung und -kommunikation.  Daneben arbeitet der Bereich „urbane Resilienz“ der Prinzessinnengärten, der sich 2012 aus der erfolgreichen Kampagne “Wachsen lassen!” zum Erhalt des Gartens am Moritzplatz entwickelt hat, eng mit Common Grounds und weiteren stadtpolitischen Initiativen zu Fragen einer partizipativen, sozial und ökologisch gerechten Stadtentwicklung von unten zusammen. Ein Ziel dieser Kooperation ist es, die Laube zu einer offenen Plattform des Austausches zu Möglichkeiten einer langfristigen gemeinwohlorientierten Nutzung am Moritzplatz und für soziale, ökologische und kulturelle Freiräume zu machen.

Die Nachbarschaftsakademie wurde 2015 als eine offene Plattform für Wissensaustausch, kulturelle Praxis und Aktivismus in Stadt und Land gegründet. Sie wird ebenfalls von Common Grounds organisatorisch getragen. Diese Akademie von unten widmet sich dem selbstorganisierten Wissens- und  Erfahrungsaustausch zu Themen wie Anthropozän, Recht auf Stadt, Gemeingüter, sozial-ökologische Transformation, Stadt-Land-Beziehungen, Ernährungssouveränität sowie der Beziehung von Humanem und Non-Humanem.

 

Gemeinsam einen Freiram schaffen:

Kennenlernen und Mitmachen

Wer uns kennenlernen möchte kann dies beim „Picknick in der Laube“ tun. Jeden zweiten Sonntag, wenn Garten und Gastronomie einen Ruhetag einlegen, laden wir unter dem Titel “Schwärmen” von 12 bis 20 Uhr zu einem ungezwungenen Zusammensein ein. Gegessen, getrunken, gehört und gesehen wird, was wir gemeinsam an Speisen, Getränken, Geschichten, Ideen und Liedern mitbringen. Wer Interesse an einer Nutzung der Laube hat, kann sich melden unter: laube@prinzessinnengarten.net

 

Die Laube und die Zukunft des Moritzplatzes

Als Symbol einer Stadtenwicklung von Unten und als Diskussionsplattform soll die Laube zu einer Plattform für Fragen einer partizipativen, nachbarschaftsorientierten, sozial und ökologisch gerechten Entwicklung am Moritzplatz werden. Eine breite Diskussion der Fragen nach Vergangenheit und mögliche Zukünfte dieses Ortes ist nicht zuletzt angesichts zunehmender Verdrängungs- und Privatisierungsprozesse notwendig. Die derzeitige Vereinbarung der Nomadisch Grün gGmbH mit dem Bezirk Freidrichshain-Kreuzberg für die Nutzung der Fläche als sozialer und ökologischer urbaner Garten läuft Ende 2018 aus. Bereits 2012 drohte mit der beabsichtigten Privatisierung der Fläche durch den Liegenschaftsfonds Berlin das Aus für das Gartenprojekt. Erst die Kampagne „Wachsen lassen!“ hat mit über 30 000 Unterschriften und der Unterstützung von Seiten des Bezirks den drohenden Verkauf an einen Investor abgewendet. Die Zukunft des Ortes bleibt weiterhin offen.

 GemeingueterPGarten2Die Fläche am Moritzplatz als Gemeingut. Schild des Commons-Projektes von 596 Acres (New York) und Stadt von Unten (Berlin) im Rahmen des Sommerprogramms “Stadt – Land – Boden” der Nachbarschaftsakademie (2015)

 

Förderung und Unterstützung des Selbstbauprozesses

Der Bau der Laube als Ort der Umweltbildung und Umweltkommunikation wird von der Deutschen Bundesumweltstiftung gefördert. Das Fundament wurde mit Hilfe der IKEA-Stiftung gelegt. Kooperationspartner und Bauherrin ist die Nomadisch Grün gGmbH (Prinzessinnengarten). Festool, Metsäwood und Fürth haben Materialien gespendet. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat eine Baugenehmigung für die Nutzung als nicht-kommerzieller Lern- und Austauschort ausgestellt.  Die ersten Programme der Nachbarschaftsakademie wurden durch die anstiftung ermöglicht. Am Selbstbau beteiligt waren Freiwillige, Auszubildende der Knobelsdorff-Schule und Studierende der TU-Berlin,  u.a. aus dem begleitenden Seminar „House of Commons“. Ohne die Unterstützung von den über 100 helfenden Händen wäre der Bau der Laube nicht möglich gewesen.

 

Kontakte

 

Architektur und Bauprozess: contact@dielaube.org

Nutzungen als Gemeingut: laube@prinzessinnengarten.net

 

 

 

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