Die Kunst des Gemeinschaffens

Video über die Kunst des Gemeinschaffens in Berlin mit Beiträgen der Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg als Gemeingut erhalten (das Video ist in Französisch, die Interviewbeiträge auch in deutsch und englisch)


“Urban Gardening in der Stadt verwurzeln“ oder 200.000 Bienen warten auf einen neuen Garten.


Ein Gastbeitrag von Pächter*innen aus dem Himmelbeet in Berlin-Wedding

Am 18.12. 2018 wird mit einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, beschließt „Urban Gardening in der Stadt verwurzeln“. “Wesentliches Ziel ist auch die politische Anerkennung der Urban-Gardening-Bewegung sowie die Schaffung zukunftsfähiger Formen der Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.” Dabei soll die gemeinschaftliche Gestaltung von Grün im Vordergrund stehen.

Bild: Urlike Amsel
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„Den politischen Humus aufbauen“

Interview des rbb mit Marco Clausen von Prinzessinnengarten Kreuzberg zur Zukunft des Gartens am Moritzplatz und zu einem Dauergartenvertrag zur Sicherung alle urbanen und interkulturellen Gärten in Berlin

„Ich glaube, der Prinzessinnengarten ist nicht durch Zufall am Moritzplatz entstanden. Die Fläche war nur frei, weil schon in den späten Siebzigern die Menschen in Kreuzberg die Autobahn, die da geplant war, verhindert haben und wir im Grunde auch ein Ergebnis dieser Kämpfe der Vergangenheit sind. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass das, was wir heute tun, auch in Zukunft Früchte trägt. Wir müssen den politischen Humus aufbauen, damit das hier nicht nur eine Wüste aus Glas und Beton wird.“

Die Beete kann man verschieben – die Menschen nicht„, rbb24, 21. April 2019

Gründung der Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg für 99 Jahre als Gemeingut sichern


++++ dauerhafte Gemeingüter statt prekäre Zwischennutzungen ++++ Wurzeln schlagen ++++ Verdrängung verhindern, Freiräume erhalten +++ den Boden dem Gemeinwohl widmen und dem Markt entziehen +++ konkrete Utopien schaffen ++++ School For Future & eine grüne, bezahlbare, ökologisch gerechte Stadt +++ ein Dauergartenvertrag für Berlin


#GewachsenUmZuBleiben

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Und was passiert am Moritzplatz?

Statement von Marco Clausen zur Meldung „Der Prinzessinnengarten zieht um“

Die Meldung „Der Prinzessinnengarten zieht um“ hat für viel Aufregung gesorgt. Bedeutet das, die Fläche am Moritzplatz wird unweigerlich bebaut, wie es noch letztes Jahr hiess? Oder geht es hier einfach so weiter wie bisher? Die Antworten sind etwas komplizierter. Angesichts der Vielzahl der kursierenden Gerüchte lohnt vielleicht ein genauerer Blick auf die gegenwärtige Situation.
Aus dem seit 2009 am Moritzplatz aufgebauten Prinzessinnengarten sind inzwischen zwei eigenständige Organisationen hervorgegangen: die Nomadisch Grün gGmbH und der Verein Common Grounds. Nomadisch Grün verlässt Ende der Saison 2019 den Standort Moritzplatz. Unter dem neuen Namen „Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin“ werden alle mobilen Elemente vom Moritzplatz auf den neuen Standort auf einem Friedhof in Neukölln transportiert, das betrifft die mobilen Kistenbeete ebenso wie die Bar und das Restaurant.

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Ein Dauergartenvertrag für Berlin

Grafik: francesca cogni ::: kollektiv orangotango

Im Rahmen des Untersuchungsausschuss Gemeingut Grün am Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) haben Kerstin Meyer und Marco Clausen einen Entwurf  für einen Dauergartenvertrag für Berlin  formuliert. Orientiert an dem 1915 geschlossenen Dauerwaldvertrag, der bis heute die Berliner Wälder vor Spekuklation und Abholzung schützt,  will der Dauergartenvertrag die bisherigen prekären Zwischennutzungen beenden und die bestehenden 113 urbanen und interkulturellen Gärten sichern und 200 neue schaffen. Vor dem Hintergrund der sich verschärfende Klimakrise, dem massiven Verlusts an biologischer Vielfalt, aber auch dem Fehlen geteilter Aushandlungsräume einer zunehmend segregierten Stadtgesellschaft, besteht das ziel darin, das gemeinwohlorientierte und selbstorganisierte Grün endlich als Teil der sozialen und ökologischen Infrastruktur zu verstehen und verbindlich in der Planung zu berücksichtigen. Dies hatten über 150 Initiativen bereits 2014 im Urban Gardening Manifest gefordert.

Das Heft Gemeingut Grün: Ein Dauergartenvertrag für Berlin kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Wer unsere Arbeit zum Erhalt des Prinzessinnengartens am Moritzplatz unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an Common Grounds tun. Betreff „Spende Gemeingut Prinzessinnengarten“, Bankverbindung:common grounds e.V., GLS Bank, IBAN: DE91 4306 0967 1147 2337 00






Die Gärten Berlins müssen als Gemeingüter erhalten werden. Ein Vorschlag aus dem Prinzessinnengarten

Stadtgrün als Gemeingut: „Das ist auch dein Land!“  (Foto: Marco Clausen)

Als Common Grounds setzen wir uns für den dauerhaften Erhalt des Prinzessinnengartens am Moritzplatz ein und darüber hinaus für die Anerkennung der urbanen und Interkulturellen Gärten als unverzichtbarer Bestandteil der sozialen und ökologischen Infrastruktur der Stadt. Hier ein Beitrag von Marco Clausen im Raben Ralf zu dem von uns vorgeschlagenen Dauergartenvertrag, der auch deutlich macht, warum wir Zwischennutzungen für ein Auslaufmodell halten.



Gärten verwurzeln, Zwischennutzungen beenden

Präsentation des Dauergartenvertrags beim Runden Tisch Liegenschaftspolitik im Berliner abgeordnetenhaus 

Als Common Grounds setzen wir uns am Moritzplatz und allgemein für ein Ende der Zwischennutzungen ein. Sie bedeuten immer, dass das was lokal an Beziehungen und Verwurzelungen aufgebaut wird, jederzeit damit rechnen muss, weichen zu müssen. Zwar mögen Beete umziehen können, Nachbarschaften können es nicht. Entsprechend hat sich auch das Berliner Abgeordnetenhaus für eine „Verwurzelung urbaner und interkultureller Gärten“ in der Stadt ausgesprochen, doch immer noch fehlt es an einer Umsetzung der Ziele, die auch im Koalitionsvertrag festgehalten wurden.  

Gerade die gegenwärtige Situation aus Privatisierung, Spekulation und Verdrängung bedeutet: Wenn urbane Gärten weiterhin nur als Zwischennutzung verstanden werden, dann werden sie  über kurz oder lang dem Beton weichen. Das zeigen Fälle wie das bedrohte himmelbeet im Wedding oder die Prachttomate in Neukölln. Daher haben wir als common grounds beim Runden Tisch Liegenschaftspolitik einen Dauergartenvertrag für Berlin gefordert, der die bestehenden 113 urbanen Gärten als Teil der sozialen und ökologischen Infrastruktur in Form eines gemeinwohlorientierten Bodenfonds sichert und 200 neue Gärten schafft. Wir haben versucht zu unterstreichen, dass es in diesen Gärten nicht nur um die Freude an den eigenen Tomatenpflasnzen geht (das auch), sondern sie als Bildungsorte und als Räume, in denen unterschiedlichsten Menschen zusammenkommen, um sich gemeinsam für ihre Nachbarschaft und die Natur einzusetzen, wichtige Bausteine für einen sozial-ökologischen Stadtumbau und eine demokratische Stadtgesellschaft sind. Es ist daher kein Wunder, dass sich alle Fraktionen des Abgeordnetenhaus für eine „dauerhafte Verwurzelung“ der Gärten eingesetzt haben, und nur die AfD die Gärten ablehnt mit dem Argument, hier würde ein „neuer außerparlamentarischer Acker“ entstehen.
Es hat lange gedauert, bevor das Grün überhaupt einmal Tagesordnungspunkt des Runden Tisches wurde. Vor genau 6 Jahren wurde hier schon einmal der Prinzessinnengarten diskutiert. Ende 2012 haben über 30.000 Unterstützer*innen die vom Senat geplanten Verkauf der Fläche an einen Investor verhindert. Eine der ganz wenigen Ausnahme in der Privatisierungsgeschichte Berlins, bei der eine bereits entschiedener Verkauf zurückgenommen wurde. Eine Bebauung durch einenen Investor ist damit trotz immer wieder anderslautender Gerüchte auch für die Zukunft vom Tisch. Derzeit gibt es keine Bebauungspläne für diesen Ort, vielmehr hat sich der Bezirk sich für einen Erhalt der gemeinwohlorientierten Funktionen des Prinzessinnengartens ausgesprochen. Am Moritzplatz setzen wir uns als Common Grounds daher dafür ein, dass der Prinzessinnengarten auch nach dem für nächstes 2019 angekündigten Wegzug der mobilen Beete von Nomadisch Grün für die nächsten 99 Jahre als Ort der Bildung, des Austausches, der biologischen Vielfalt erhalten bleibt. Um gemeinsam Ideen, Wünsche und Konzepte für einen Erhalt zu entwickeln, treffen wir uns jeden Montag in der „Commons-Abendschule“.

Das aus dem Untersuchungsausschuss „Gemeingut Grün“ hervorgegangen Magazin zum Dauergartenvertrag kann hier heruntergeladen werden:  https://prinzessinnengarten.net/ein-dauergartenvertrag-fuer-berlin/