Stadtforum von unten

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Am 26.6. hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein Stadtforum zum Thema Beteiligung veranstaltet. Das ist zunächst einmal gut, weil in Berlin dringend Handlungsbedarf besteht für echte Teilhabe, bei der wir als Stadtgesellschaft nicht nur bei Einzelprojekten zu unserer Meinung gefragt werden, sondern gemeinsam die Stadt entwickeln und gestalten. Doch Teilhabe braucht den Mut zur Auseinandersetzung. Der fehlte leider noch bei den der Veranstaltung vorgeschalteten Beteiligungsformaten. Auf einem kuratiertem “Markt der Ideen” durften 20 ausgewählte Projekte ihre gelungenen Beteiligungsprojekte in einem vorformatiertem Poster präsentieren. Das reichte vielen Intiativen nicht. Sie hatten keine Lust auf Zuruf und unbezahlt Inhalte zu liefern, über deren Verwendung keine Mitbestimmung vorgesehen war. Sie fordern eine Beteiligung an der Beteiligung. Ungefragt haben sie daher den Raum für ein selbstorganisertes Stadtforum von unten übernommen, Lautsprecher und Hocker mitgebracht und eine offene Assembly zum Thema Beteiligung abgehalten. Tenor: Teilhabe braucht verbindliche Mitbestimmung, es geht um das Abgeben von Entscheidungsmacht und es geht um Ressourcen wie Räume, Expertisen und Zeit, um überhaupt auf Augenhöhe mit Politik, Verwaltung, Projektentwicklern mitreden zu können. Die Ergebnisse der zweistündigen Diskussion wurden im Stadtforum vorgestellt und an die Senatorin für Wohnen und Stadtentwicklung Katrin Lompscher übergeben.

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