Das Gegenteil von Grau

An einem der vielleicht letzten schönen Abende in dieser Saison haben wir in der Laube  den Film Das Gegenteil von Grau gezeigt. Der in Zusammenarbeit mit Recht auf Stadt Ruhr entstandene Film von Matthias Coers (Mietrebellen 2014) zeigt unterschiedliche Gruppen von Menschen im Ruhrgebiet, die zusammenfinden um praktische Utopien und Freiräume in Städten zu leben und für ein solidarisches und ökologisches Miteinander im urbanen Raum zu kämpfen. Die Dokumentation zeigt uns verschiedene Perspektiven von Freiraum- und Wohnkämpfen über solidarische Landwirtschaft bis hin zu Refugees’ Kitchen. Ein Blick in das Ruhrgebiet: Brachflächen, Leerstand, Anonymität, Stillstand – nicht alle Menschen zwischen Dortmund und Duisburg wollen sich damit abfinden. Im Gegenteil! Immer mehr Menschen entdecken Möglichkeiten und greifen in den städtischen Alltag ein. Ein Wohnzimmer mitten auf der Straße, Nachbarschaft, Gemeinschaftsgärten. Stadtteilläden, Repair Cafés und Mieter*inneninitiativen entstehen in den Nischen der Städte unabhängig, selbstbestimmt und gemeinsam. Der Film wurde im Rahmen der Stadttage des Bildumgswerks Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung gezeigt.

Im Anschluss an den Film wurde zusammen mit dem Filmemacher Matthias Coers, der frisch für Friedrichshain-Kreuzberg in den Bundestag gewählten Abgeordneten Canan Bayram und Marco Clausen (Prinzessinnengärten, Nachbarschaftsakademie) unter anderem über die Verdrängung in Städten wie Berlin, notwendige polititische Instrumente auf Bundesebene und die Auseinandersetzungen in der Kreuzberger Nachbarschaft diskutiert, in der sich Initiativen wie Kotti&Co, BOSS&U, die Gewerbetreibenden auf der O-Strasse, die MieterInnen des Neuen Kreuzberger Zentrums, die AnwohnerInnen der Wrangelstraße (Bizim Kiez) oder die Akteure auf dem sogenannten Dragonerareal (Stadt von Unten) erfolgreich gegen Verdrängung und Privatisierung wenden. Zur Sprache kam auch die erfolgreiche Kampagne der Prinzessinnengärten gegen die geplante Privatisierung des Geländes zugunsten eines Investors (2012) und die weiter bestehende Unsicherheit durch den 2018 auslaufenden Pachtvertrag am Moritzplatz.

 

TwitterGoogle+FacebookEmail