Topic: Allgemeines

Die Kunst des Gemeinschaffens

Video über die Kunst des Gemeinschaffens in Berlin mit Beiträgen der Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg als Gemeingut erhalten (das Video ist in Französisch, die Interviewbeiträge auch in deutsch und englisch)


„Den politischen Humus aufbauen“

Interview des rbb mit Marco Clausen von Prinzessinnengarten Kreuzberg zur Zukunft des Gartens am Moritzplatz und zu einem Dauergartenvertrag zur Sicherung alle urbanen und interkulturellen Gärten in Berlin

„Ich glaube, der Prinzessinnengarten ist nicht durch Zufall am Moritzplatz entstanden. Die Fläche war nur frei, weil schon in den späten Siebzigern die Menschen in Kreuzberg die Autobahn, die da geplant war, verhindert haben und wir im Grunde auch ein Ergebnis dieser Kämpfe der Vergangenheit sind. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass das, was wir heute tun, auch in Zukunft Früchte trägt. Wir müssen den politischen Humus aufbauen, damit das hier nicht nur eine Wüste aus Glas und Beton wird.“

Die Beete kann man verschieben – die Menschen nicht„, rbb24, 21. April 2019

Gründung der Initiative Prinzessinnengarten Kreuzberg für 99 Jahre als Gemeingut sichern


++++ dauerhafte Gemeingüter statt prekäre Zwischennutzungen ++++ Wurzeln schlagen ++++ Verdrängung verhindern, Freiräume erhalten +++ den Boden dem Gemeinwohl widmen und dem Markt entziehen +++ konkrete Utopien schaffen ++++ School For Future & eine grüne, bezahlbare, ökologisch gerechte Stadt +++ ein Dauergartenvertrag für Berlin


#GewachsenUmZuBleiben

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Und was passiert am Moritzplatz?

Statement von Marco Clausen zur Meldung „Der Prinzessinnengarten zieht um“

Die Meldung „Der Prinzessinnengarten zieht um“ hat für viel Aufregung gesorgt. Bedeutet das, die Fläche am Moritzplatz wird unweigerlich bebaut, wie es noch letztes Jahr hiess? Oder geht es hier einfach so weiter wie bisher? Die Antworten sind etwas komplizierter. Angesichts der Vielzahl der kursierenden Gerüchte lohnt vielleicht ein genauerer Blick auf die gegenwärtige Situation.
Aus dem seit 2009 am Moritzplatz aufgebauten Prinzessinnengarten sind inzwischen zwei eigenständige Organisationen hervorgegangen: die Nomadisch Grün gGmbH und der Verein Common Grounds. Nomadisch Grün verlässt Ende der Saison 2019 den Standort Moritzplatz. Unter dem neuen Namen „Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin“ werden alle mobilen Elemente vom Moritzplatz auf den neuen Standort auf einem Friedhof in Neukölln transportiert, das betrifft die mobilen Kistenbeete ebenso wie die Bar und das Restaurant.

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Ein Dauergartenvertrag für Berlin

Grafik: francesca cogni ::: kollektiv orangotango

Im Rahmen des Untersuchungsausschuss Gemeingut Grün am Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) haben Kerstin Meyer und Marco Clausen einen Entwurf  für einen Dauergartenvertrag für Berlin  formuliert. Orientiert an dem 1915 geschlossenen Dauerwaldvertrag, der bis heute die Berliner Wälder vor Spekuklation und Abholzung schützt,  will der Dauergartenvertrag die bisherigen prekären Zwischennutzungen beenden und die bestehenden 113 urbanen und interkulturellen Gärten sichern und 200 neue schaffen. Vor dem Hintergrund der sich verschärfende Klimakrise, dem massiven Verlusts an biologischer Vielfalt, aber auch dem Fehlen geteilter Aushandlungsräume einer zunehmend segregierten Stadtgesellschaft, besteht das ziel darin, das gemeinwohlorientierte und selbstorganisierte Grün endlich als Teil der sozialen und ökologischen Infrastruktur zu verstehen und verbindlich in der Planung zu berücksichtigen. Dies hatten über 150 Initiativen bereits 2014 im Urban Gardening Manifest gefordert.

Das Heft Gemeingut Grün: Ein Dauergartenvertrag für Berlin kann hier kostenlos heruntergeladen werden. Wer unsere Arbeit zum Erhalt des Prinzessinnengartens am Moritzplatz unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an Common Grounds tun. Betreff „Spende Gemeingut Prinzessinnengarten“, Bankverbindung:common grounds e.V., GLS Bank, IBAN: DE91 4306 0967 1147 2337 00






Silvia Federici zu Besuch im Garten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici war für einen Vortrag zu The Globalization of Women’s Work and New Forms of Violence Against Women in Berlin. Die Aktualität ihrer Arbeit zu Reproduktionsarbeit zeigt sich daran, dass wie schon bei ihrem letztjährigen Besuch der Votragssaal schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung restlos überfüllt war. Federici ist feministische Historikerin und Theoretikerin und ist vor allem mit ihrem Buch Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation (erschienen im Original 2004) weltweit zu einer der wichtigsten Stimmen der Gemeingüterdiskussion geworden. Sie „tritt für Commons ein, also für kollektives Eigentum, das von einer Gemeinschaft organisiert wird, die gleichberechtigt entscheidet und profitiert. Für Federici wird beispielsweise mit Community-Gärten oder Gemeinschaftsküchen an die mittelalterliche Allmende-Tradition angeknüpft. Sie sieht in der in Commons geleisteten Reproduktionsarbeit eine Alternative zur Reproduktionsarbeit im Kapitalismus.“ (Wikipedia)

1972 hat Federici das International Feminist Collective mitgegründet, das die internationale „Lohn für Hausarbeit“-Kampagne startete. Diese ist auch als Beitrag in der Ausstellung „An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens“ im Bethanien zu sehen, in der auch Prinzessinnengarten, die Laube und die Nachbarschaftschaftsakademie als Beispiele des Commoning vertreten sind. Spontan hat sie den Garten besucht und sich an unserer utopischen Kartierung zu 99 Jahre Prinzessinnengartem als Gemeingut beteiligt mit Ideen zu Treffpunkten für die Nachbarschaft wie die Casitas in den Gemeinschaftsgärten New Yorks, Kollektive Küchen, Bauspielplätze und Schulgäretn für die Kinder.

 


Ebos Oase

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Um die Laube herum ist in den letzten eineinhalb Jahren eine wunderschöne Oase enstanden. Irgendwann im Winter 2016/17  hat Ebo aus eigenem Entschluss angefangen, den Zaun am Moritzplatz mit einer Bricolage aus Resthölzern zu verschönern. Aus Steinen, die im Garten herumlagen, hat er dann nach und nach eine Trockenmauer gelegt. Die bestehende Hecke zur Straße hat er mit Kaffeesatz aus dem Gartencafé angereicht und einen aus Wildpflanzen angelegt, die er am Wegesrand gefunden hat. Vielen Dank Ebo für dieses lebendige Kunstwerk: Es geht nicht darum, woher man die Dinge nimmt, es geht darum, wohin man sie trägt“.  Hier was er selbst zu seiner Arbeit schreibt:

 

Utopia Elsewhere

Culturally cut off on an isolated island in Greece for years, I sometimes found piles of old magazines left behind by sun seeking tourists. I began to read them with scissors, cutting out images for years & a day. I started to put the world together like a puzzle with no end or frame. Not interested in what was going on in the world  & living in a place of about 15 broken down houses, my studio filled itself with shreds of what the world seemed to be. With no intension & no idea, the pieces became pictures that I glued together before the wind could mix them up again. It could be parts of my dreams, or parts of the world, or parts of films I never did, because I got stuck there living in the landscape of a movie I started there & never finished. I never did collages before, & after making & editing underground short films for years, the puzzle puzzled me. I did the same with stones I found in olive fields, or wood from abandoned  houses of the village, until the local people one day saw what I was doing. They accused me of black magic, called the police which arrived one morning. A squad of 14 men arrested me & put me to jail for 100 days, because of 3 month summer holidays.The court finally sentenced me for 18 month on probation, after which I packed & left  into the solitude of Manhattan, but you can’t have a hot lover, a hot apartment & a hot job in the same city.
In Berlin I worked digital, manufactured memories of my travel snapshots. Now for the first time I use wood as material to make a fence to keep the world out of the garden. It’s not were you take things from, it’s were you take them to.
And what you see depends on what you are looking for.

Artists without gallery living without the need of permission


An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens

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Am 22. Juni hat im Kunstraum Bethanien die Ausstellung An Atlas of Commoning: Orte des Gemeinschaffens Premiere. Das Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) und der ARCH+ wird im Anschluss zehn Jahre lang durch die Welt touren. Das Projekt fokussiert  auf städtische Gemeingüter, worunter  die Schaffung und Bewirtschaftung (materieller und immaterieller) kollektiver Ressourcen und Räume als Grundlage demokratischer Teilhabe verstanden wird. Dazu finden sich in der  Ausstellung auch Beiträge von Common Grounds und der Nachbarschaftsakademie zum Prinzessinnengarten am Moritzplatz als Gemeingut sowie die Laube (Quest)– Florian Koehl and Christian Burkhard.

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