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WUNSCHPRODUKTION / Wohin geht die O?

April 9 / 19:00 - 21:00

(English below) Oranienstraße zwischen Verdrängung und Gemeingut. Wir reden mit Nachbar*innen, Initiativen und Interessierten über die jetzige Situation und mögliche Zukünfte der O-Strasse.  Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Aktionstage der Mietenwahnsinn-Demonstration (14. April) und ist zugleich Auftakt unserer Wunschproduktion Prinzessinnengarten als Gemeingut. Wir freuen uns besonders, den Abend in Zusammenarbeit mit der MieterInnenorganisation Bündnis Otto-Suhr-Siedlung + Umgebung: BOSS&U

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Gemeinsam mit Anwohner*innen, Nachbarschaftsinitiativen und Interessierten wollen wir uns dazu austauschen, was gerade in der Oranienstraße passiert und und Geschichten spinnen, wie wir uns diese Nachbarschaft im Jahr 2028 vorstellen.
Mit dem „Flair einer pulsierenden Metropole“ wird auf der offiziellen Tourismusseite Berlins die „Ausgehmeile“ Oranienstraße beschrieben: „Kleine Restaurants mit internationaler Küche, Designerläden, Spätis, Kneipen, Bars – alles reiht sich hier dicht an dicht“. Die OStrasse wird zum Sehnsuchtsort für Tourist*innen auf der Suche nach dem anderen Berlin. 4-Sterne-Hotels und Immobilienentwickler werben mit dem multikulturellen und alternativen Ambiente der Straße. Start-Ups, Werbeagenturen und Flagship-Stores internationaler „Brands“ können gar nicht genug zahlen für dieses Image und eine Adresse im „Szenekiez“. Den aber gebe es gar nicht, hätten die Menschen hier nicht den lange geplanten Autobahnbau verhindert und die abbruchreifen Altbauten „Instandbesetzt“.
O-Strasse steht für das Ankommen, von Arbeitern und Arbeiterinnen im ausgehenden 19. Jahrhundert, von ArbeitsmigrantInnen aus der Türkei und Kurdistans vor 50 Jahren, von Neu-BerlinerInnen aus der ganzen Welt heute. O-Strasse steht auch für Sich-Organisieren. Über ein Jahr haben Geflüchtete auf dem O-Platz ein Refugee-Camp betrieben. Im SO36 finden regelmäßig vollbesetzte Kiezversammlungen statt. Gewerbetreibende, Kinderläden und AnwohnerInnen erzählen von neuen Eigentümern, Kündigungen, Zwangsräumnungen; dem täglichen Mietenwahnsinn. Über 80 Gewerbetreibende, Initiativen und Vereine haben im letzten Jahr ihre Schaufenster verdunkelt, um zu zeigen, hier geht bald das Licht aus, wenn nicht endlich was gegen die Verdrängung getan wird. Inzwischen versucht der Bezirk Häuser zu rekommunalisieren und so der Spekulation zu entziehen. Einige sollen davon träumen, die ganze Oranienstraße in ein Gemeingut zu verwandeln.
Zwischen ehemals besetzten Häusern, Freiräumen, Neuer Heimat, Lonely Planet, dem Eldorado internationaler Immobilienfonds und neuen Modellen einer gemeinwohlorientierten Immobilientwicklung wollen wir uns die Frage stellen, wie sieht die OStraße in 10 Jahren aus, wer wird sie ihr Zuhause nennen dürfen, wer in ihr wohnen, arbeiten, leben?

 

Together with residents, neighborhood initiatives, and people who are interested we want to exchange views on what is currently happening in Oranienstraße and how we imagine this neighborhood in 2028.
 
With „the flair of a pulsating metropolis” the official tourism site of Berlin describes the „party mile” Oranienstraße: “Small restaurants with international cuisine, designer shops, Spätis, pubs, bars – everything here is close to each other.” The OStrasse becomes a place of longing for tourists in search of the other Berlin. Four star hotels and real estate developers refer to the multicultural and alternative ambience of the street. Start-ups, advertising agencies and flagship stores of international “brands” pay horrendous prices for this image and an address in the “trendy neighborhood”. But, this street would not even exist if not for the people that had resisted the long-planned highway construction and those that squatted and refurbished the dilapidated old buildings.
O-Strasse stands for the arrival of workers in the late 19th century, of working migrants from Turkey and Kurdistan 50 years ago, of New Berliners coming  today from all over the world. O-Strasse also stands for self-organization. For more than a year, refugees have been running a refugee camp on OPlatz. Their neighborhood meetings at SO36 are regularly packed. Shop owners, day care centers, and residents tell of new owners, termination notices, forced evictions; the daily rent madness. Last year, over 80 shop owners, initiatives and associations, in a collective action, darkened their shop windows to show that the light will soon go out – unless something is finally done against gentrification. In the meantime, the district is trying to re-municipalise houses and, thus, save them from speculation. And, dreams are walking the street of turning it into a commons owned by all of us. 
 
 
Between squatted houses, free spaces, new homes, lonely planets, the Eldorado of international real estate funds and new models of a common-good-oriented real estate development, we want to ask the question, how will the OStraße look like in 10 years, who will call her home, who will live and work here?

 

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Details

Date:
April 9
Time:
19:00 - 21:00

Organizer

Common Grounds / Prinzessinnengarten

Venue

Bona Peiser
Oranienstraße 72
Berlin,
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