Topic: Common Grounds

Interview in der arch+

Im Rahmen der Ausstellung An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens ist ein Interview von Christian Hiller und Anh-Linh (arch+) mit Elizabeth Calderon Lüning und Marco Clausen (common grounds) veröffentlicht worden. In Die Einübung einer anderen Vision von Stadt sprechen wir urbane Landwirtschaft, die Nachbarschaftsakademie, die Bedeutung der Gemeingutidee für unsere Arbeit und die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzesssinnengarten.

 

 


ExRotaprint zu Besuch in der Abendschule

Foto: Marlies Laser
Foto: Marlies Laser

Die “magischen 99 Jahre”. Daniela Brahm und Les Schliesser von ExRotaprint haben in der Abendschule erzählt, wie sie  auf einem langen und mühsamen Weg ein Industriedenkmal im Wedding dauerhaft dem Markt entzogen und in Eigenregie saniert haben. Die gemeinnützige Eigentumsstruktur und eine festgeschriebene Nutzungsmischung aus 1/3 Soziales, 1/3 Gewerbe und 1/3 Kultur zu günstigen Mietpreisen stellen sicher, dass das Gebäude Teil der nachbarschaftsbezogenen Entwicklung ist und nicht – wie die zu einem Spottpreis privatisierten ehemals öffentlichen Liegenschaften im Quartier wie Uferhallen oder Stadtbadt Wedding – zu einem Spekulationsobjekt wurde. Eine große Inspiration für unser Vorhaben, den Prinzessinnengarten zusammen mit der Nachbarschaft dauerhaft als Gemeingut zu sichern. Von besonderem Interesse für uns das Erbbaurecht. Zur Sicherung der Nutzungen des Prinzessinnengartens hatte die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg 2016 ein 40jähriges Erbbaurecht vorgeschlagen. In diesem Fall verbliebe der Grund und Boden in kommunalem Eigentum und die gemeinwohlorientierten Nutzungen würden langfristig festgeschrieben.

 


Beitrag in der arch+ zum Gemeinschaffen

Der Katalog zur Ausstellung “An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens” ist als arch+ Nr. 232 erschienen. Zu dem Ausstellungsraum zu Prinzessinnengarten, Nachbarschaftsakademie und Laube findet sich darin auch das Interview “Die Einübung einer anderen Vision von Stadt” mit Elizabeth Calderon Lüning und Marco Clausen, in dem wir auch auf die Zukunft des Ortes am Moritzplatz und Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten eingehen.

Zum Gemeinschaffen heisst es in dem Heft: es ist “ein Prozess der Aushandlung von Unterschieden und Konflikten zwischen Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Ein Prozess der räumlichen Organisation der Beziehungen zwischen Produktion und Reproduktion, Eigentum und Zugang zu Ressourcen. Ein Prozess, in dem Solidaritätsnetzwerke geknüpft und die individuellen und kollektiven Rechte neu definiert werden. Das Projekt stellt die vorherrschenden sozialen und politischen Strukturen infrage und sucht nach neuen Formen einer kollektiven und dennoch pluralistischen Governance. An Atlas of Commoning entfaltet ein Netzwerk der Ideen für ein solidarisches und emanzipatorisches Gemeinschaffen, welches das Individuum nicht in der Gemeinschaft gleichschaltet, sondern das Einzigartige, das Andersartige und das Besondere zu entscheidenden Qualitäten des Miteinanders macht.”


Stadt von Unten in der Abendschule

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Die Initiative Stadt von Unten hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, die geplante Privatisierung zum Höchsgebot des 4,7 Hektar großen Dragoner-Areals in Kreuzberg 61 durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zu verhindern. sie setzt sich ein für ein Modellprojekt “Selbstverwaltet und Kommunal“. In der Abendschule haben wir unter anderem die Idee eines “Bodenrats für kollektives Eigentum” informiert. Im Flyer der Initiative heisst es dazu: “Eine sozial gerechte Stadt fängt beim Boden an. Boden ist keine Ware, er gehört in gesellschaftliches Eigentum. Im Bodenrat ist die Eigentümerschaft am Bodenparitätisch zwischen Mieter*innen, Nachbarschaft und Stadtgesellschaft aufgeteilt, so dass unterschiedliche Interessen gleichermaßen verankert sind. Nur so ist eine echte demokratische Teilhabe in der Frage der Entwicklung, Nutzung und Verwaltung von Boden gegeben.” Vergleichbare Überlegungen gibt es in einer Arbeitsgruppe im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zur Sicherung gemeinwohlorientierter Orte, Häuser und Liegenschaften über einen Community Land Trust.


Vorstellung der Studie Sharing Cities in der Abendschule

Co-Autor Adrien Labaeye hat in der Abendschule das “Sharing Cities. Activation the Urban Commons” vorgestellt und sich mit uns über unterschiedliche Strategien und Modelle für Gemeingüter  ausgetauscht. In dem Buch finden sich Beispiele aus 80 Städten in 35 Ländern und es kann hier frei heruntergeladen werden: www.sharingcities.net


Geh pflanzen – Radikale Selbstversorgung

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In der Schule des Handelns in der Helferei Zürich haben wir uns mit dem Konzept der radikalen Selbstversorgung beschäftigt: “Sind Permakultur, Gemüseabo und Vertragslandwirtschaft zeitgemässe Versorgungsformen? Wer nimmt es auf gegen die Dominanz des gängigen Konsumzirkus?” Für das gemeinsame Essen haben wir mit den WorkshopteilnehmerInnene Zürich nach lokal verfügbaren Lebensmittel erkundet und dabei Wildkräuter gesammelt, Läden entdeckt, die Brot vom Vortag verkaufen, einen nachbarschaftlich organiserten Lernbauernhof besucht und mehr über die Vertragslandwirtschaft (Solidarische Landwirtschaft) in der Schweiz erfahren. Die ReferentInnen haben Ihre Homorare gespendet und die TeilnehmerInnen haben das Geld an Projekte vergeben. Mit 750 € haben sie die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten der Abendschule unterstützt: Vielen Dank!


Knowledge Commons. Spaces for Collaborative Learning, Research and Activism

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Bei der letzten Abendschule, zu der etwa 60 Menschen gekommen sind, hatten wir VertreterInnen der Solidarity Academy Bewegung und aus der Türkei und Berlin zu Gast. Wir haben uns unter anderem ausgetauscht zu Wissen als Gemeingut, selbstorganisiertem Lernen, der Situation der entlassenen und politisch verfolgten AkademikerInnen in der Türkei, dem Aufbau selbstorganisierter Universitäten unter den Bedingungen politischer Repression, der Bedeutung solidarischer Netzwerke und affektiver Arbeit, der Einbettung von Wissensproduktion in soziale und städtische Bewegungen, dem Ende des neoliberalen Universitätsmodells, sowie zu der Entstehungsgeschichte von Nachbarschaftsakademie und Commons Abendschule.

Bild: Erik Göngrich

Bild: Erik Göngrich

 

Last monday we met with around 60 people and guest from the Solidarity Academy Movement in Turkey and Berlin. We discussed amongst other things the topics knowledge as a commons, the situation of the dismissed and politically prosecuted academics in turkey, the creation of self-organized academies unter the conditions of political repression, networks of solidarity, affective labour, the connection of knowledge production to social and urban movements, the end of the neoliberal model of academia, the history of Nachbarschaftsakademie and Commons Evening School in Prinzessinnengarten. You can find the minutes here. 

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Auftakt Wunschproduktion: Wohin geht die O-Straße?

Gestern haben wir unsere Wunschproduktion zu 99 Jahre Prinzessinnengarten als Gemeingut gestartet. Der Abend unter dem Titel “Wohin geht die O / Where does the O go?” wurde zusammen mit der MieterInnengemeinschaft BOSS & U und der Commons-Abendschule organisiert. Über 80 Interessierten, VertreterInnen von Nachbarschaftsinitiativen und AnwohnerInnen haben in der Bona-Peiser über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Oranienstraße zwischen Genztrifizierung und Gemeingut diskutiert. Unter anderem haben sich vorgestellt die Nachbarschaftsinitiativen OraNostra und BOSS&U, die Bilgisaray, der Prinzessinnengarten, Aufbau-Haus und Kieznetzwerk.

Mitglieder des Bündnis Otto-Suhr-Siedlung und Umgebung machen ein Foto für die Aktionswoche der Mietenwahnsinn-Demonstration

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Die Ergebnisse der sehr engagierten, diversen und kritischen Beiträge werden wir an dieser Stelle demnächst zusammenfassen. Auch das ARD- Mittagsmagazin berichtet in seiner Reihe über die O-Straße über die Veranstaltung und die Vorbereitungen zur Mietenwahnsinn-Demonstration am 14.4.

Wer Interesse am Mitmachen hat, wir treffen uns als selbstorganisierte Abendschule jeweils Montags in den Räumen Oranienstraße 45 um 18:30 zur „Commons Abendschule“

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“Weg von der Romantisierung”: Prinzessinnengärten als Gemeingut

enorm

Das Magazin enorm hat unter dem Titel “Urbania gestalten” ein Sonderheft zum Thema Stadt herausgegeben. Darin auch ein aus einem Interview mit mir – Marco Clausen – hervorgegagener Beitrag über das Engagement für “städtische Allgemeingüter”.

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Was ist Umweltgerechtigkeit?

Karte Umweltgerechtigkeit

Was hat unsere Miete mit der Luftqualität unserer Nachbarschaft zu tun? Warum sagt die Höhe meines Einkommens etwas über die Nähe zum nächsten Park? Tatsächlich gibt es einen Zusammenhang zwischen sozialer Benachteiligung und höherer Umweltbelastungen. Die Verbindung von Fragen der sozialen und der ökologischen Gerechtigkeit wird in Deutschland in jüngerer Zeit unter dem Begriff  Umweltgerechtigkeit diskutiert. Die Stadt Berlin entwickelt sich dabei zu einer Vorreiterin in dieser Diskussion. Seit 2015  wird an einer Umweltgerechtigkeitskarte für Berlin gearbeitet und noch in diesem Jahr wird ein 300 Seiten starker Bericht zum Thema erscheinen. Er ist der erste seiner Art in Deutschland und zeigt: Menschen in sozial-ökonomisch “schwachen” Nachbarschaften atmen schlechtere Luft, sehen weniger Grün, sind mehr Lärm und insgesamt größeren Gesundheitsbelastungen ausgesetzt als Menschen in besser verdienenden Nachbarschaften. Als eine der ersten Initiativen, die dieses Thema aufgreifen, hat der Verein common grounds gemeinsam mit dem Nachbarschaftsnetzwerk Südkiez zu einem Gespräch zur Umsetzung von Strategien für mehr Umweltgerechtigkeit in die Laube in den Prinzessinnengärten eingeladen. Zu den Gästen zählten Herrn Dr. Klimeczek (Senatsverwaltung  Stadtentwicklung & Umwelt, Handlungsfeld “Umweltgerechtigkeit im Land Berlin – Entwicklung einer ressortübergreifenden praxistauglichen Strategie”), Herbert Lohner (BUND Berlin-Brandenburg) sowie Vertreter*innen verschiedener Initiativen als “Kiezexpert*innen”. Gefragt wurde: Was bedeutet Umweltgerechtigkeit für Kreuzberg? Wie kann Umweltbelastungen entgegengearbeitet werden ohne weiteren Druck auf Mieten und Mieter*innen zu erzeugen? Können lokale Kiez-Strategien etwas bewirken oder brauchen wir gesellschaftspolitische Veränderungen, um für mehr Umweltgerechtigkeit zu sorgen?