Tainá Guedes ist Köchin und kocht nach den Ideen der buddhistisch vegetarischen Küche (Shojin-Ryori). Sie orientiert sich am japanischen “Mottainai-Prinzip”. Das bedeutet Dinge wiederzuverwenden und sie nicht wegzuschmeissen. Die Veranstaltung “Teller statt Tonne” hat sie auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht. Sie hat mit “kochen mit brot” ein Rezeptbuch zum Verarbeiten von “altem” Brot geschrieben und kocht ihre Gerichte regelmäßig in der Küche des Prinzessinnengartens. So auch in diesem Beitrag der RBB-Abendschau
Auf einer mehrwöchigen Expedition in die urbanen Gärten und urbanen Farmen New Yorks und Detroits haben Elizabeth Calderon-Lüning (Common Grounds) und Marco Clausen (Prinzessinnengarten) Einblicke in die Motive, Organisationsformen, Diskussionen und (stadt-)politischen Auseinandersetzungen der urbanen Gartenbewegung in Nordamerika sammeln und mit AktivistInnen, ForscherInnen und GärtnerInnen Gesprüäche führen und wechselseitig Erfahrungen austauschen können.
In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Kunsthalle baut der Prinzessinnengarten in Baden-Baden zwei Schulgärten auf, knüpft Beziehungen zu lokalen Bioproduzenten, betreut Workshops zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln und ihrer Haltbarmachung und gestaltet das Foyer der Kunsthalle um, inspiriert von den den Selbstbaumodellen des italienischen Designerns Enzo Mari.
Am Wochenende stand sie auch im Prinzessinnengarten, die Truth Box von Meriam Bousselmi, und lud Besucher des Prinzessinnengartens dazu ein, im Zwischendurch den Sünden anderer Leute zu lauschen:
Therese Engels zeigt auf 3 sat ihren Dokumentarfilm “Das Kornfeld im Blumenkistl”. Der Film zeigt den weltweiten Trend des urbanen Gärtnerns: Sie wollen nicht raus aufs Land, sondern die Stadt aktiv mitgestalten.
Am Deutschen Haus an der New York University haben wir den Prinzessinnengarten vorgestellt. Über Hundert Interessierte haben sich die Geschichte von der Verwandlung einer Kreuzberger Brachfläche in einen blühenden sozialen Garten und von unseren Begegnungen mit New Yorker und Detroiter GärtnerInnen angehört. Zusammen mit Freunden des Prinzessinnengartens haben wir auf der Bühne ein Essen für die Zuschauer aus regionalen Produkten zubereitet, die wir zuvor beim Farmers Market eingekauft haben.
Im Rahmen des Symposiums “The Future of Food: Urban Bioeconomics in Europe and America” haben wir an der Notre Dame University den Prinzessinnengarten vorgestellt. Dabei waren unter anderem der ehemalige Basketball-Star und Vorreiter der urbanen Landwirtschaft in den USA Will Allan (Growing Power, Milwaukee) und der “Gangsta Gardener” Ron Finley (LA Green Grounds), Jean Joho vom Restaurant “Everest” in Chicago und der Betreiber einer der größten landgestützen Fischfarmbetriebe in den USA (Bell Aquaculture)
Es war wieder schön! Zum dritten Mal fand im Prinzessinnengarten der PflanzenTauschMarkt von Social Seeds statt. Wunderbares Wetter, eine riesige Auswahl an Jungpflanzen und Mitmachaktionen haben auch dieses Jahr über 2000 BesucherInnen in den Garten am Moritzplatz gelockt. An den Ständen der Berliner Gemeinschaftsgärten konnte man Pflanzen und Erfahrungen austauschen. Klein und Gross haben an einer Pikierstation in Vergessenheit geratene alte Gemüsesorten wiederentdeckt, mit der Material Mafia aus recycelten Materialien Neues erschaffen oder in der Fahrradwerkstatt ihr Rad für den Sommer fit machen.
Im August 2012 hiess es aufgrund einer drohenden Veräußerung der stadteigenen Fläche am Moritzplatz noch: “Die Zukunft des Prinzessinnengartens ist ungewiss” (Offener Brief des Prinzessinnengartens / Open Letter). Darauf hin haben in wenigen Wochen über 30 000 Menschen aus Kreuzberg, Berlin und der ganzen Welt unsere Petition für eine Zukunft des Prinzessinnengartens unterstützt und so geholfen, ein Umdenken in der Politik einzuleiten.Wir haben im Garten öffentliche Diskussionrunden veranstaltet, um mit den Menschen vor Ort übr die Zukunft des Platzes zu sprechen. Wir haben uns am Runden Tisch in die Diskussion um eine transparente Berliner Liegenschaftspolitik und viele weitere stadtpolitische Diskussionen eingebracht, und wir haben ein Crowdfunding gestartet und damit erfolgreich unsere Kampagne “Wachsen lassen!” finanziert. Zusammen haben wir erreicht, was vor gar nicht so langer Zeit noch kaum aussichtsreich schien: Die öffentliche Liegenschaft steht nicht mehr zum meistbietenden Verkauf.
“Es geht um mehr als Tomaten. Es ist ein politischer Akt: Die Urban Gardening-Bewegung pflanzt mit jedem Setzling ein Zeichen. Aber sie belässt es nicht beim Symbolischen. Denn Urban Gardening ist mehr als das; es ist direkte Gestaltung und zugleich bürgerliche (Rück-)Eroberung des Gemeinwesens von unten.”