Gewachsen um zu bleiben

Im Rahmen der Experimentdays gabe es in der Laube Vorträge und Workshops zu den Themen Gemeingüter und Comunity Land Trust und eine öffebtliche Wunschproduktion. Mit imaginären Zeitleisten, utopischer Kartierungen und einem Schreibworkshop “Spekulative Fiktion” und gestärkt von Laura Cadios Kochkünsten haben wir kollektiv Ideen, Imaginationen, Szenarien, Pläne formuliert, wie wir diesen Ort als grüne Oase für alle die nächsten 99 Jahre erhalten und ihn der Spekulation entziehen können. Mit Ankunft der Tanzdemo “Recht auf Stadt” gab es eine spontane Pflanzaktion auf dem Moritzplatz.

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Fahrradtour Grüne Gemeingüter

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Im Rahmen des Untersuchungsauschuss Gemeingut Grün am ZK/U haben wir Fahrradtouren zu unterschiedlichen selbstorganisierten und umkämpften Grünräumen unternommen. Wir haben versucht zu zeigen, dass viele der von uns heute als selbstverständlich genutzten Parks und Gärten nicht ohne die Eigeninitiative der Menschen in dieser Stadt und teilweise erst durch die breite Mobilisierung gegen die offizielle Planung entstanden sind. So würde es heute weder den Prinzessinnengarten noch den Park am Gleisdreieck geben, hätte sich nicht Intiativen teils über Jahrzehnte gegen     Autobahnplanung und “Kahlschlagsanierung” gewehrt. Auch das Tempelhofer Feld konnte erst durch einen Volksentscheid der offiziellen Bebauungsplanung entzogen werden. Die erste Berliner Umweltbewegung hat bereits 1915 verhindert, dass der Grunewald nicht zum Spekulationsobekt geworden ist und mit dem Dauerwaldvertrag dafür gesorgt, dass er nicht bebaut werden kann. Besucht haben wir auch aus Initiative von unten entstandene Orte wie  Kinderbauernhöfe am Engelbecken und im Görlitzer Park sowie eine der ältestens Kleingartenkolonie, die “Freie Stunde” in der Panierstraße. Auch die Kleingärten sind aus einer spontanen Bewegung von Berliner*innen entstanden, die im ausgehenden 19. Jahrhundert auf Brachflächen und am Stadtrand angefangen haben zur Selbstversorgung Gemüse anzubauen. Angesichts der heute von Investoren und der Bauwirtschaft  lancierten Diskussion über eine Bebauung der Keingartenanlagen und angesichst der von Verdrängung bedrohter Gemeinschaftsgärten wie der Prachttomate und dem himmelbeet wollen wir mit dem Untersuchungsausschuss den Berliner Senat auch daran erinnern, dass er die dauerhaften Sicherung der Grün-, Frei- und Naturflächen versprochen und angekündigt hat: „zusammen mit den Akteur*innen der Gartenszene ein gesamtstädtisches Konzept für urbane und interkulturelle Gärten“ zu entwickeln.

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Karte der Verdrängung Kreuzberg

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Asuschnitt der Karte von Orangotango mit Moritzplatz und Prinzessinnengarten

Das Kollektiv orangotango hat eine Karte zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Kreuzberg angefertigt. Die Karte kann hier heruntergeladen werden.

Die Karte kann sowohl als Instrument für die sozial-räumliche Analyse von immobilienwirtschaftlichen Verwertungsinteressen und profitorientierter Stadtgestaltung dienen, als auch stadtpolitischen Protest und Alternativen sichtbar machen, Anregungen für Vernetzung, stadtpolitisches Engagement und konkrete Unterstützung liefern sowie als Bildungs- und Propagandamaterial verwendet werden. Die Karte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern lediglich das gemeinsam zusammengetragene Wissen der Leute widerspiegelt, die am Kartierungsprozess beteiligt waren.

Zusammen mit der Karte wurde 2014 das Wandbild „Berlin not for Sale“ an der Manteuffel- Ecke Naunynstraße gestaltet, das einige der kartierten Orte, Prozesse und Kämpfe visualisiert: https://reclaimyourcity.net/kreuzberg-wandbild
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Interview in der arch+

Im Rahmen der Ausstellung An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens ist ein Interview von Christian Hiller und Anh-Linh (arch+) mit Elizabeth Calderon Lüning und Marco Clausen (common grounds) veröffentlicht worden. In Die Einübung einer anderen Vision von Stadt sprechen wir urbane Landwirtschaft, die Nachbarschaftsakademie, die Bedeutung der Gemeingutidee für unsere Arbeit und die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzesssinnengarten.

 

 

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Untersuchungsausschuss Gemeingut Grün

Vorstellung des UA zum Gemeingut Grün in einem Treffen der Berliner Gartenebwegung im Allmende-Kontor

Vorstellung des UA zum Gemeingut Grün in einem Treffen der Berliner Gartenbewegung im Allmende-Kontor

 

Marco Clausen und Kerstin Meyer, die beide in der Abendschule 99 Jahre Prinzessinnengarten aktiv sind, übernehmen für 3 Monate einen “Untersuchungsausschuss” (UA) zum Thema Gemeingut Grün. Die Untersuchungsausschüsse sind eine vom ZK/U initiierte Serie nichtständiger Ausschüsse zur Untersuchung von stadtgesellschaftlichen Berliner Sachverhalten ein, deren Aufklärung im öffentlichen Interesse liegen. Der erste UA beschäftigt sich mit gemeinwohlorientierten Organisationsformen für die Berliner urbanen Gärten

Berlin gilt als Hauptstadt der urbanen Gärten. Doch viele dieser Gärten sind prekäre Zwischennutzungen. In dem dreimonatigen „Untersuchungsausschuss“ am ZK/U greifen Marco Clausen (Prinzessinnengarten/ Nachbarschaftsakademie) und Kerstin Meyer (100% THF, Volksentscheid Retten) zwischen Juli und September die von der gegenwärtigen Koalition in Aussicht gestellte gesamtstädtische Planung für interkulturelle und urbane Gärten auf und gehen den Fragen nach: Können wir das Grün von unten dauerhaft sichern und gemeinwohlorientiert organisieren, oder müssen die Gärten dem Bagger weichen?

Alle Interessieren sind eingeladen, sich aktiv in den Untersuchungsausschuss einzubringen und sich an den regelmäßige Arbeitsgruppentreffen zu beteiligen.

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Herz trifft Prinzessin

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1987 hat Jochen Liedtke im SO36 aus Blechen des Görlitzer Bahnhofs eine 2 Meter hohe und 100 Kilogram schwere Metallskulptur geschweißt. Das Herz, dessen Klappen durch mechanische Vorrichtungen schlagen, ist zehn Jahre lange in Berlin, Dresden, Hamburg und Berlin zu sehen gewesen und wurde dann eingelagert. Jetzt fängt es wieder an zu schlagen und mit ihm die Erinnerung an ein anders Kreuzberg aus Instandbesetzungen und alternativer Kultur. Die Zeiten, so Liedtke, haben sich geändert:

“Die Geldgier weniger steht dem Leben, Wohnen und Arbeiten vieler gegenüber. Das Herz soll dazu anregen, wieder darüber nachzudenken, wie die Lebensqualität in der Stadt erhalten und bewahrt werden kann”.

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Jetzt wandert das Herz in die Laube im Prinzessinnengarten und wird hier wiederbelebt. Das Herz erzählt auch von den in den 70er und 80er Jahren erkämpfen Freiräumen und unterstreicht mit seinem Schlagen, dass es diese heute nicht ohne die Leidenschaft der sich in der Nachbarschaft engagierenden Menschen geben würde. Der ausgebomte und als Schrottplatz genutzte Görlitzer Bahnhof ist erst durch das Engagement der Anwohner*innen zu einem Park geworden. Die Werkstatt, in der das Herz wiederbelebt wurde, findet sich in einem ehemals besetzten Haus in der Oranienstraße, das durch eine selbverwaltete Eigentumsstruktur (Luisenstadt eG) der Spekulation entzogen wurde. Das gleiche gilt für unsere Veranstaltungsräume in der O45 (Mietshäusersyndikat). Das SO36 lebt weiter als alternativer, schwul-lesbischer und politisch engagierter Veranstaltungsort. Und auch den Prinzessinnengarten würde heute nicht am Moritzplatz gedeihen, hätte nicht eine Allianz aus Anwohner*innen, Nachbarschaftsinitiativen, sozialen und lirchlichen Einrichtungen, Planer*innen und Politiker*innen die “Kahlschlagsanierung” und den in der Oranienstraße geplanten Autobahnbau verhindert. Heute nimmt das Herz sein schlagen in der Laube auch für die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten als Gemeingut wieder auf: #GewachsenUmZuBleiben

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Gemeingut-Amt

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Ausgehend von der These, dass Stadt als Gemeingut verstanden werden sollte, hat sich eine Gruppe Studierender der TU Berlin am Chair for Urban Design mit der Frage beschäftigt, wie Planer*innen auf vorhandene Planungsinstrumente und Rechte Einfluss nehmen können, um „städtische Gemeingüter“ zu schützen und herzustellen.

“Denn diese Gemeingüter machen unsere Stadt bunter, lebendiger, grüner, lauter, leiser, vielfältiger, gerechter, sozialer, nachhaltiger und interaktiver. Es sind Räume zum teilen, tauschen, verweilen und diskutieren. Räume, die von und für die Nachbarschaft(en) verhandelt, geschaffen und erhalten werden. – Räume, die durch zunehmende Kapitalisierungs- und Gentrifizierungsprozesse aus innerstädtischen Gebieten verschwinden. Auch in vorhandenen Planungsinstrumenten und Gesetzen kommen sie selten vor und können daher auch nicht geschützt werden. Dringender denn je muss Stadt als Gemeingut diskutiert werden! Jetzt!”

Am Rathaus Friedrichshain-Kreuzberg wurden die Ergebnisse in Form eines “Gemeingut Amts“ öffentlich präsentiert. Auf den Plänen findet sich auch der Prinzessinnengarten am Moritzplatz als zu schützender “eroberter Raum und politischer Reibungsort”.

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Silvia Federici zu Besuch im Garten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici war für einen Vortrag zu The Globalization of Women’s Work and New Forms of Violence Against Women in Berlin. Die Aktualität ihrer Arbeit zu Reproduktionsarbeit zeigt sich daran, dass wie schon bei ihrem letztjährigen Besuch der Votragssaal schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung restlos überfüllt war. Federici ist feministische Historikerin und Theoretikerin und ist vor allem mit ihrem Buch Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation (erschienen im Original 2004) weltweit zu einer der wichtigsten Stimmen der Gemeingüterdiskussion geworden. Sie “tritt für Commons ein, also für kollektives Eigentum, das von einer Gemeinschaft organisiert wird, die gleichberechtigt entscheidet und profitiert. Für Federici wird beispielsweise mit Community-Gärten oder Gemeinschaftsküchen an die mittelalterliche Allmende-Tradition angeknüpft. Sie sieht in der in Commons geleisteten Reproduktionsarbeit eine Alternative zur Reproduktionsarbeit im Kapitalismus.” (Wikipedia)

1972 hat Federici das International Feminist Collective mitgegründet, das die internationale „Lohn für Hausarbeit“-Kampagne startete. Diese ist auch als Beitrag in der Ausstellung “An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens” im Bethanien zu sehen, in der auch Prinzessinnengarten, die Laube und die Nachbarschaftschaftsakademie als Beispiele des Commoning vertreten sind. Spontan hat sie den Garten besucht und sich an unserer utopischen Kartierung zu 99 Jahre Prinzessinnengartem als Gemeingut beteiligt mit Ideen zu Treffpunkten für die Nachbarschaft wie die Casitas in den Gemeinschaftsgärten New Yorks, Kollektive Küchen, Bauspielplätze und Schulgäretn für die Kinder.

 

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Growing Urban Africa – Agriculture in Southern African Cities

Was können wir lernen können von der urbanen Landwirtschaft in Kapstadt, Harare und Maputo? Eingeladen von Severin Halder haben Forschende und Aktivist*innen über Potentiale und Herausforderungen der urbanen Lamdwirtschaft in Südafrika, Mosambik und Zimbabwe zusammen mit den Gästen Prof. Daniel Tevera: (University of Western Cape) und Dr. Abdulrazak Karriem (University of Western Cape) gesprochen.

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