Karte der Verdrängung Kreuzberg

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Asuschnitt der Karte von Orangotango mit Moritzplatz und Prinzessinnengarten

Das Kollektiv orangotango hat eine Karte zu Aufwertung, Verdrängung und Widerstand in Kreuzberg angefertigt. Die Karte kann hier heruntergeladen werden.

Die Karte kann sowohl als Instrument für die sozial-räumliche Analyse von immobilienwirtschaftlichen Verwertungsinteressen und profitorientierter Stadtgestaltung dienen, als auch stadtpolitischen Protest und Alternativen sichtbar machen, Anregungen für Vernetzung, stadtpolitisches Engagement und konkrete Unterstützung liefern sowie als Bildungs- und Propagandamaterial verwendet werden. Die Karte erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, sondern lediglich das gemeinsam zusammengetragene Wissen der Leute widerspiegelt, die am Kartierungsprozess beteiligt waren.

Zusammen mit der Karte wurde 2014 das Wandbild „Berlin not for Sale“ an der Manteuffel- Ecke Naunynstraße gestaltet, das einige der kartierten Orte, Prozesse und Kämpfe visualisiert: https://reclaimyourcity.net/kreuzberg-wandbild
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Interview in der arch+

Im Rahmen der Ausstellung An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens ist ein Interview von Christian Hiller und Anh-Linh (arch+) mit Elizabeth Calderon Lüning und Marco Clausen (common grounds) veröffentlicht worden. In Die Einübung einer anderen Vision von Stadt sprechen wir urbane Landwirtschaft, die Nachbarschaftsakademie, die Bedeutung der Gemeingutidee für unsere Arbeit und die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzesssinnengarten.

 

 

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Untersuchungsausschuss Gemeingut Grün

Vorstellung des UA zum Gemeingut Grün in einem Treffen der Berliner Gartenebwegung im Allmende-Kontor

Vorstellung des UA zum Gemeingut Grün in einem Treffen der Berliner Gartenbewegung im Allmende-Kontor

 

Marco Clausen und Kerstin Meyer, die beide in der Abendschule 99 Jahre Prinzessinnengarten aktiv sind, übernehmen für 3 Monate einen “Untersuchungsausschuss” (UA) zum Thema Gemeingut Grün. Die Untersuchungsausschüsse sind eine vom ZK/U initiierte Serie nichtständiger Ausschüsse zur Untersuchung von stadtgesellschaftlichen Berliner Sachverhalten ein, deren Aufklärung im öffentlichen Interesse liegen. Der erste UA beschäftigt sich mit gemeinwohlorientierten Organisationsformen für die Berliner urbanen Gärten

Berlin gilt als Hauptstadt der urbanen Gärten. Doch viele dieser Gärten sind prekäre Zwischennutzungen. In dem dreimonatigen „Untersuchungsausschuss“ am ZK/U greifen Marco Clausen (Prinzessinnengarten/ Nachbarschaftsakademie) und Kerstin Meyer (100% THF, Volksentscheid Retten) zwischen Juli und September die von der gegenwärtigen Koalition in Aussicht gestellte gesamtstädtische Planung für interkulturelle und urbane Gärten auf und gehen den Fragen nach: Können wir das Grün von unten dauerhaft sichern und gemeinwohlorientiert organisieren, oder müssen die Gärten dem Bagger weichen?

Alle Interessieren sind eingeladen, sich aktiv in den Untersuchungsausschuss einzubringen und sich an den regelmäßige Arbeitsgruppentreffen zu beteiligen.

Termine

Für eine Bestandsaufnahme unterschiedlichen selbstorganisierter und selbstinitiierter Formen des Grüns in der Stadt unternehmen wir eine Fahrradtour zu exemplarischen Orte. Auf dem Programm stehen der Prinzessinnengarten, das Tempelhofer Feld, der Kinderbauernhof am Engelbecken sowie der Interkulturelle und der Kleingarten im Gleisdreieck.

Die Tour dauert etwa 4 Stunden. Bitte ein Fahrrad und etwas Verpflegung mitbringen.

Anmeldung unter: ua-gruen(at)zku-berlin.org

Treffpunkt: Prinzessinnengärten, 11 Uhr

Am 11.8. findet die Tour in deutscher Sprache statt und am 18.8. auf Englisch.

Bei Interesse am UA oder an einer der Fahrradtouren bitte eine Mail schicken an: ua-gruen@zku-berlin.org
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Herz trifft Prinzessin

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1987 hat Jochen Liedtke im SO36 aus Blechen des Görlitzer Bahnhofs eine 2 Meter hohe und 100 Kilogram schwere Metallskulptur geschweißt. Das Herz, dessen Klappen durch mechanische Vorrichtungen schlagen, ist zehn Jahre lange in Berlin, Dresden, Hamburg und Berlin zu sehen gewesen und wurde dann eingelagert. Jetzt fängt es wieder an zu schlagen und mit ihm die Erinnerung an ein anders Kreuzberg aus Instandbesetzungen und alternativer Kultur. Die Zeiten, so Liedtke, haben sich geändert:

“Die Geldgier weniger steht dem Leben, Wohnen und Arbeiten vieler gegenüber. Das Herz soll dazu anregen, wieder darüber nachzudenken, wie die Lebensqualität in der Stadt erhalten und bewahrt werden kann”.

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Jetzt wandert das Herz in die Laube im Prinzessinnengarten und wird hier wiederbelebt. Das Herz erzählt auch von den in den 70er und 80er Jahren erkämpfen Freiräumen und unterstreicht mit seinem Schlagen, dass es diese heute nicht ohne die Leidenschaft der sich in der Nachbarschaft engagierenden Menschen geben würde. Der ausgebomte und als Schrottplatz genutzte Görlitzer Bahnhof ist erst durch das Engagement der Anwohner*innen zu einem Park geworden. Die Werkstatt, in der das Herz wiederbelebt wurde, findet sich in einem ehemals besetzten Haus in der Oranienstraße, das durch eine selbverwaltete Eigentumsstruktur (Luisenstadt eG) der Spekulation entzogen wurde. Das gleiche gilt für unsere Veranstaltungsräume in der O45 (Mietshäusersyndikat). Das SO36 lebt weiter als alternativer, schwul-lesbischer und politisch engagierter Veranstaltungsort. Und auch den Prinzessinnengarten würde heute nicht am Moritzplatz gedeihen, hätte nicht eine Allianz aus Anwohner*innen, Nachbarschaftsinitiativen, sozialen und lirchlichen Einrichtungen, Planer*innen und Politiker*innen die “Kahlschlagsanierung” und den in der Oranienstraße geplanten Autobahnbau verhindert. Heute nimmt das Herz sein schlagen in der Laube auch für die Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten als Gemeingut wieder auf: #GewachsenUmZuBleiben

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Gemeingut-Amt

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Ausgehend von der These, dass Stadt als Gemeingut verstanden werden sollte, hat sich eine Gruppe Studierender der TU Berlin am Chair for Urban Design mit der Frage beschäftigt, wie Planer*innen auf vorhandene Planungsinstrumente und Rechte Einfluss nehmen können, um „städtische Gemeingüter“ zu schützen und herzustellen.

“Denn diese Gemeingüter machen unsere Stadt bunter, lebendiger, grüner, lauter, leiser, vielfältiger, gerechter, sozialer, nachhaltiger und interaktiver. Es sind Räume zum teilen, tauschen, verweilen und diskutieren. Räume, die von und für die Nachbarschaft(en) verhandelt, geschaffen und erhalten werden. – Räume, die durch zunehmende Kapitalisierungs- und Gentrifizierungsprozesse aus innerstädtischen Gebieten verschwinden. Auch in vorhandenen Planungsinstrumenten und Gesetzen kommen sie selten vor und können daher auch nicht geschützt werden. Dringender denn je muss Stadt als Gemeingut diskutiert werden! Jetzt!”

Am Rathaus Friedrichshain-Kreuzberg wurden die Ergebnisse in Form eines “Gemeingut Amts“ öffentlich präsentiert. Auf den Plänen findet sich auch der Prinzessinnengarten am Moritzplatz als zu schützender “eroberter Raum und politischer Reibungsort”.

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Silvia Federici zu Besuch im Garten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici zusammen mit Michelle Teran im Prinzessinnengarten

Silvia Federici war für einen Vortrag zu The Globalization of Women’s Work and New Forms of Violence Against Women in Berlin. Die Aktualität ihrer Arbeit zu Reproduktionsarbeit zeigt sich daran, dass wie schon bei ihrem letztjährigen Besuch der Votragssaal schon eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung restlos überfüllt war. Federici ist feministische Historikerin und Theoretikerin und ist vor allem mit ihrem Buch Caliban und die Hexe: Frauen, der Körper und die ursprüngliche Akkumulation (erschienen im Original 2004) weltweit zu einer der wichtigsten Stimmen der Gemeingüterdiskussion geworden. Sie “tritt für Commons ein, also für kollektives Eigentum, das von einer Gemeinschaft organisiert wird, die gleichberechtigt entscheidet und profitiert. Für Federici wird beispielsweise mit Community-Gärten oder Gemeinschaftsküchen an die mittelalterliche Allmende-Tradition angeknüpft. Sie sieht in der in Commons geleisteten Reproduktionsarbeit eine Alternative zur Reproduktionsarbeit im Kapitalismus.” (Wikipedia)

1972 hat Federici das International Feminist Collective mitgegründet, das die internationale „Lohn für Hausarbeit“-Kampagne startete. Diese ist auch als Beitrag in der Ausstellung “An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens” im Bethanien zu sehen, in der auch Prinzessinnengarten, die Laube und die Nachbarschaftschaftsakademie als Beispiele des Commoning vertreten sind. Spontan hat sie den Garten besucht und sich an unserer utopischen Kartierung zu 99 Jahre Prinzessinnengartem als Gemeingut beteiligt mit Ideen zu Treffpunkten für die Nachbarschaft wie die Casitas in den Gemeinschaftsgärten New Yorks, Kollektive Küchen, Bauspielplätze und Schulgäretn für die Kinder.

 

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Growing Urban Africa – Agriculture in Southern African Cities

Was können wir lernen können von der urbanen Landwirtschaft in Kapstadt, Harare und Maputo? Eingeladen von Severin Halder haben Forschende und Aktivist*innen über Potentiale und Herausforderungen der urbanen Lamdwirtschaft in Südafrika, Mosambik und Zimbabwe zusammen mit den Gästen Prof. Daniel Tevera: (University of Western Cape) und Dr. Abdulrazak Karriem (University of Western Cape) gesprochen.

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ExRotaprint zu Besuch in der Abendschule

Foto: Marlies Laser
Foto: Marlies Laser

Die “magischen 99 Jahre”. Daniela Brahm und Les Schliesser von ExRotaprint haben in der Abendschule erzählt, wie sie  auf einem langen und mühsamen Weg ein Industriedenkmal im Wedding dauerhaft dem Markt entzogen und in Eigenregie saniert haben. Die gemeinnützige Eigentumsstruktur und eine festgeschriebene Nutzungsmischung aus 1/3 Soziales, 1/3 Gewerbe und 1/3 Kultur zu günstigen Mietpreisen stellen sicher, dass das Gebäude Teil der nachbarschaftsbezogenen Entwicklung ist und nicht – wie die zu einem Spottpreis privatisierten ehemals öffentlichen Liegenschaften im Quartier wie Uferhallen oder Stadtbadt Wedding – zu einem Spekulationsobjekt wurde. Eine große Inspiration für unser Vorhaben, den Prinzessinnengarten zusammen mit der Nachbarschaft dauerhaft als Gemeingut zu sichern. Von besonderem Interesse für uns das Erbbaurecht. Zur Sicherung der Nutzungen des Prinzessinnengartens hatte die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg 2016 ein 40jähriges Erbbaurecht vorgeschlagen. In diesem Fall verbliebe der Grund und Boden in kommunalem Eigentum und die gemeinwohlorientierten Nutzungen würden langfristig festgeschrieben.

 

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Beitrag in der arch+ zum Gemeinschaffen

Der Katalog zur Ausstellung “An Atlas of Commoning. Orte des Gemeinschaffens” ist als arch+ Nr. 232 erschienen. Zu dem Ausstellungsraum zu Prinzessinnengarten, Nachbarschaftsakademie und Laube findet sich darin auch das Interview “Die Einübung einer anderen Vision von Stadt” mit Elizabeth Calderon Lüning und Marco Clausen, in dem wir auch auf die Zukunft des Ortes am Moritzplatz und Wunschproduktion 99 Jahre Prinzessinnengarten eingehen.

Zum Gemeinschaffen heisst es in dem Heft: es ist “ein Prozess der Aushandlung von Unterschieden und Konflikten zwischen Individuum, Gemeinschaft und Gesellschaft. Ein Prozess der räumlichen Organisation der Beziehungen zwischen Produktion und Reproduktion, Eigentum und Zugang zu Ressourcen. Ein Prozess, in dem Solidaritätsnetzwerke geknüpft und die individuellen und kollektiven Rechte neu definiert werden. Das Projekt stellt die vorherrschenden sozialen und politischen Strukturen infrage und sucht nach neuen Formen einer kollektiven und dennoch pluralistischen Governance. An Atlas of Commoning entfaltet ein Netzwerk der Ideen für ein solidarisches und emanzipatorisches Gemeinschaffen, welches das Individuum nicht in der Gemeinschaft gleichschaltet, sondern das Einzigartige, das Andersartige und das Besondere zu entscheidenden Qualitäten des Miteinanders macht.”

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Ebos Oase

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Um die Laube herum ist in den letzten eineinhalb Jahren eine wunderschöne Oase enstanden. Irgendwann im Winter 2016/17  hat Ebo aus eigenem Entschluss angefangen, den Zaun am Moritzplatz mit einer Bricolage aus Resthölzern zu verschönern. Aus Steinen, die im Garten herumlagen, hat er dann nach und nach eine Trockenmauer gelegt. Die bestehende Hecke zur Straße hat er mit Kaffeesatz aus dem Gartencafé angereicht und einen aus Wildpflanzen angelegt, die er am Wegesrand gefunden hat. Vielen Dank Ebo für dieses lebendige Kunstwerk: Es geht nicht darum, woher man die Dinge nimmt, es geht darum, wohin man sie trägt”.  Hier was er selbst zu seiner Arbeit schreibt:

 

Utopia Elsewhere

Culturally cut off on an isolated island in Greece for years, I sometimes found piles of old magazines left behind by sun seeking tourists. I began to read them with scissors, cutting out images for years & a day. I started to put the world together like a puzzle with no end or frame. Not interested in what was going on in the world  & living in a place of about 15 broken down houses, my studio filled itself with shreds of what the world seemed to be. With no intension & no idea, the pieces became pictures that I glued together before the wind could mix them up again. It could be parts of my dreams, or parts of the world, or parts of films I never did, because I got stuck there living in the landscape of a movie I started there & never finished. I never did collages before, & after making & editing underground short films for years, the puzzle puzzled me. I did the same with stones I found in olive fields, or wood from abandoned  houses of the village, until the local people one day saw what I was doing. They accused me of black magic, called the police which arrived one morning. A squad of 14 men arrested me & put me to jail for 100 days, because of 3 month summer holidays.The court finally sentenced me for 18 month on probation, after which I packed & left  into the solitude of Manhattan, but you can’t have a hot lover, a hot apartment & a hot job in the same city.
In Berlin I worked digital, manufactured memories of my travel snapshots. Now for the first time I use wood as material to make a fence to keep the world out of the garden. It’s not were you take things from, it’s were you take them to.
And what you see depends on what you are looking for.

Artists without gallery living without the need of permission

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